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sionen die volkskundliche Darstellung und die Ikonographie immer in bezugauf das Thema- zu Wort kommen. Insbesondere auch das Eingehen auf die reli-giösen Male( Gedenksäulen, Wegzeichen usw.) wird unserer kleinen, aber emsi-gen Gemeinschaft der Bildstockfreunde höchst willkommen sein.
Welch intensive Forschung der Verfasser betrieben hat, läßt das Quellenver-zeichnis erahnen. Zwölf Archive bzw. Manuskripte wurden besucht bzw. eingese-hen; umfangreiche Literaturhinweise, bei denen allerdings die volkskundlichen,besonders aber die zu Bildstöcken und Flurdenkmalen vermißt werden, sowie 580(!) Anmerkungen runden das kleine Werk ab; allerdings wäre auch ein Personen-,Orts- und Sachregister dem Anliegen des Werkes förderlich gewesen.
Alles in allem aber bietet das Buch einen profunden Einblick in die Lokalge-schichte der Stadt Baden( bei Wien).
Klaus Gottschall
Bernhard Losch, Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden- Württemberg.Ein Inventar(= Forschungen und Berichte zur Volkskunde in Baden- Württem-berg, Band 4). Landesstelle für Volkskunde Stuttgart, Württembergisches Lan-desmuseum Stuttgart. Kommissionsverlag Konrad Theiss Verlag, Stuttgart1981. XXIII+ 349 S., 571 Abb. a. 72 Taf.
Mit dem vorliegenden Werk haben wir eine jener Regionalerhebungen vor uns,an denen schon die Vorgeschichte erfreulich ist, insoferne nämlich, als nach einergewissen Odyssee der Kompetenz schließlich doch die maßgebende Disziplin,nämlich die Volkskunde, zur Bearbeitung herangezogen wurde. Auch der Unter-titel„, Sühne und Gedenken“ zeigt, daß man von der voreiligen Einreihung allerdieser steinernen Zeugen unter den Begriff„ Sühnekreuze“ abgekommen ist.Und, wie schon angedeutet, die Positiva einer intensiven regionalen Untersu-chung in der Flurdenkmalforschung werden ad oculos demonstriert.
Aufschlußreich ist bereits die numerische Erfassung der Exemplare einschließ-lich der abgekommenen und verschwundenen- ein bekanntes Lied, das nichtzum Ruhme der zuständigen Stellen zu singen wäre. Auch die Ursachen der Ge-fährdung dieser schönen Denkmale der Volksfrömmigkeit und der Rechtsvolks-kunde entsprechen ganz den hierzulande notorischen( z. B. Veränderungen amStraßennetz, Gleichgültigkeit, Desinteresse).
Und wieder einmal muß man feststellen, daß die Quellenlage hinsichtlich ein-schlägiger Dokumente in Deutschland besser zu sein scheint als bei uns. Hervor-zuheben wären weiters die gute klassifikatorische Lösung in bezug auf die typolo-gischen Zwischenformen sowie die Untersuchung der Gesteinsarten. Von dersprachlichen Seite her ist der adversative Mißbrauch von„ während“ miẞbilligendzu registrieren.
Die Beobachtung, daß Zeichen und Inschriften im untersuchten Gebiet an denDenkmälern häufiger sind als in Österreich, erfährt eine neue Bestätigung. Ausdem prägnant dargebotenen Material der Volkserzählungen sei lediglich ange-merkt, daß das von mir behandelte„ Motiv der feindlichen Brüder"( im weitestenSinne) unter den ätiologischen Sagen eindeutig das beherrschende ist. Auch dieIngerenzen der Wirtschaftsformen( z. B. gegenseitiger Totschlag von Schäfern)
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