ausführlichen Bibliographie doch durch ein Sachregister aufgeschlossen werden.Schade ist auch, daß sich die Verfasser eine eigene zusammenfassende Darstel-lung über Bautechnik und Holzkonstruktionen sowie über die Holzverarbeitungaus Raumgründen versagen mußten. Angesichts des außerordentlichen Materials,das sie hier bereits ausgebreitet haben, kann man nur wünschen, daß es ihnennoch ermöglicht wird, dies in einer weiteren Veröffentlichung nachzuholen.
Oskar Moser, Graz
Vernacular Architecture, edit. by C. R. J. Currie/ London, V. A. G., 4 Humber-stone Road, Cambridge CB4 1JE, vol. 12( 1981), 63 Seiten, illustriert, zahlrei-che Risse, Zeichnungen, Baulisten und Karten.
Im Oktober 1981 erschien Heft 12/1981 dieser wichtigen englischen Fachzeit-schrift. Diese wird neuerdings innerhalb der Vernacular Architecture Groupe vonC. R. J. Currie am Victoria County History- Institut in London betreut. Auf diedrei voraufgehenden Nummern konnten wir vor kurzem hinweisen( siehe ÖZVXXXV/ 1981, S. 207-209). Der vorliegende Jahrgang 1981 enthält acht Beiträgezu ganz verschiedenen, aber durchwegs wichtigen und interessanten Fachthemender englischen Hausforschung, dazu eine Reihe von Buchbesprechungen, unterdenen man vielleicht die zu dem französischen Schwesterorgan„ L'ArchitectureVernaculaire Rurale"( S. 12.37), zu Karl Baumgartens neuem Buch über„ Dasdeutsche Bauernhaus"( Berlin 1980)( S. 12.53) und vor allem zu CecilA. Hewetts grundlegendem Standardwerk über„ English Historic Carpentry"( London- Chichester 1980)( S. 12.62-63) anmerken sollte.
Unter den Beiträgen muß die Studie von F. W. B. Charles über„ Post- con-struction and the Rafter- Roof- Possible sources of some early structural ele-ments of the timber- frame tradition“( S. 12.03-12.19, mit 8 Tafeln) hervorgeho-ben werden. Der Verfasser greift dabei die seinerzeit schon von J. T. Smith auf-geworfenen Fragen um das Gefüge der Unterrähmzimmerung bzw. Ankerbalken-zimmerung bei englischen Hallenbauten auf und tritt bei deren Beurteilung nachHerkunft und Alter für eine völlig neue Entstehungstheorie aus der Pfostenbau-weise im Hochmittelalter ein, wodurch auch die bisherige Auffassung, daß derHallenbau mit Ständergerüst in Verbindung mit dem Sparrendach in Südosteng-land auf Einflüsse von Kontinent her zurückzuführen sei und sich erst von Low-land England dann weiter ausgebreitet hätte, in Frage zu stellen wäre. Von beson-derem Interesse auch für uns erscheint dabei die stärkere Heranziehung der Pfo-stenbauweise nach archäologischen Funden aus dem Mittelalter sowie methodischdie Bedachtnahme auf die einzelnen Aufbauphasen bei der Errichtung eines Ge-bäudes. Auch bei dessen späterem Baubefund könne in vielen Fällenbe ac-counted for only in the context of how the buildings were erected“( S. 12.18). Andiesem Punkt gelangt nun Charles zu der bemerkenswerten Auffassung, daß Spar-rendächer(„ rafter roofs“) ursprünglich, und zwar schon im frühen und hohenMittelalter, mit in der Erde verankerten Pfostenbauten oder Pfostengerüsten ver-bunden waren und daß bestimmte Gefügedetails in der Kopfzone dieser Baugerü-ste wie das sogenannte„, reversed assembly", eine Art Unterrähmzimmerung imspäteren Ständergefüge oder die Gerüstbinder mit sogenannten„ Ankerbalken“( ,, strainer beams“) noch Nachwirkungen(„ relic features") dieser Pfostenbauweise
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