Woher rührt nun das Interesse an der Erforschung der Huzulen auch in der Ge-genwart, das von New York durch die Gründung eines Ukrainischen Museumseinerseits, durch Publikationen wie D. N. Dobermans„ Iskusstwo Guculow"( Kunst der Huzulen), Moskau 1980, andrerseits dokumentiert wird?
Die Huzulen als freie Hirten unterscheiden sich in ihrer Einstellung zur Naturinsofern von den anderen Hirten der Karpatenvölker, als sie„ jahrhundertelang(...) die einzigen Träger der Idee des reinen Gebirgshirtentums ohne Ackerbau"waren. Dieses transhumante Hirtentum, die karge Lebensweise begünstigten dieErhaltung der traditionellen Kultur und ihrer Objekte, und die typischen Formenund Verzierungen tragen ihrerseits in der Gegenwart zur Identifikation bei, derenGrundlage durch die politischen Ereignisse 1945 längst geschwunden sind.
In Ivan Senkivs Buch finden wir nun nach einer Darstellung der historischenEntwicklung Beiträge zu den Themen Haus und Hof, Nahrung, Kleidung undTracht, Kunsthandwerk, Fest- und Feiertage, Tanz, Teufel- und Hexenglauben,Exorzismus, Toten- und Ahnenkult, Holzkirchen, Viehzucht, Heuernte, Hochge-birgshirtentum und Leben auf der Alm.
Was der Leser über diese wohlfundierte Studie hinaus vermissen könnte, wärenAngaben über das Leben der etwa nach Amerika ausgewanderten Huzulen, aberauch über das- wie immer geartete Interesse sowjetischer Forscher an der Pu-blikation einschlägiger Werke.
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Barbara Mersich
Elfriede Hanak und Michael Martischnig, Salzburg. Traditionelles Hand-werk, lebendige Volkskunst. Wien, Verlag Anton Schroll& Co., 1981.224 Seiten mit 352 schwarzweißen Abbildungen, 16 Farbtafeln und 1 Karte.Zu dem Buch hat Elfriede Hanak viele und gute Fotografien beigesteuert, die- was hier besonders vermerkt sei nicht nur„ schöne“ Motive zeigen, sondernauch technische Details der handwerklichen Verrichtungen und der dazu notwen-digen Handgriffe. Das ist z. B. bei der Anfertigung von Filzhüten der Fall oderbei der Erzeugung eines gebundenen Holzgeschirrs, bei der Herstellung von Holz-pantoffeln oder bei der Erzeugung von Lederhosen. Diese Bilder wurden vonDipl.- Ing. Michael Martischnig mit knappen, aber fachlich fundierten Erklärun-gen versehen.
Für den Leser des Buches ergibt sich allerdings eine Schwierigkeit. Die Bild-unterschriften nennen nur den Ort, wo der jeweils Tätige zu Hause ist, und sagennichts über den dargestellten Gegenstand oder die Arbeitsverrichtung, die gezeigtwird. Die Verfasser erklären dazu, daß dies mit Absicht geschehen ist, um denBetrachter der Bilder zu zwingen, auch den Text genau zu lesen. Hier müßte aberschon Rücksicht auf die Leser genommen werden, die nicht aus Salzburg sind unddenen das dargestellte Handwerk wichtiger ist als der Ort, aus dem die Fotoauf-nahmen stammen. Es sollten zumindest die Nummern der Bilder deutlich lesbaram Rand neben dem Text stehen.
Im ersten Teil des Buches, der mit„ materialgerechtes und künstlerisches Hand-werk" überschrieben ist, werden nicht nur bekannte Handwerke behandelt, son-dern auch solche, die selten und für Salzburg charakteristisch sind. So wird z. B.
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