Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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Helmut Eberhart über das Heimatmuseum von Bad Aussee und über das neueÖsterreichische Forstmuseum Silvanum in Großreifling und von Burkhard Pöttlerüber die Studiensammlung im Ennshof. Die Zeitschrift reflektiert natürlichauch die jeweiligen Jahresthemen. Auf die Einführung in das Jubiläum, 200 JahreToleranzpatent vom steirischen Landesarchivdirektor Gerhard Pferschy( 1/1981)läßt Roswitha Stipperger konsequenterweise eine volkskundliche Ergänzung überdie protestantische Volkskultur des Ennstales folgen( 3/1981). Ihr Artikel über,, Ein interessantes Votivbild aus Oppenberg beleuchtet hingegen eine Seite derkatholischen Volksfrömmigkeit( 4/1980). Für die Hausforschung installierten dieHerausgeber einen eigenen Arbeitskreis, dem die Volkskundlerin Elfi Lukas vor-steht( 3/1980). Gundl Holaubek- Lawatsch besorgt die Trachtenforschung( 4/1980)und Franz Hofer steuerte im ersten Heft des 3. Jahrganges 1982 mit seinem Auf-satz über den Ausseer Tanzgeiger German Roittner einen Beitrag zur Volksmu-sikforschung bei. Dazu kommen interessante und gut bebilderte Artikel über dieUrgeschichte des Ennstales, aus dem Bereich der Naturkunde, über Geschichte,über alte und zeitgenössische Kunst, die alle von den Fachleuten des Joanneumsoder von der Grazer Universität verfaßt wurden. Nachrichten über aktuelle Ereig-nisse und Veranstaltungen auf kulturellem Gebiet komplettieren diese EnnstalerKulturzeitschrift, von der man nur sagen kann: Da schau her"!

Franz Grieshofer

Ivan Senkiv, Die Hirtenkultur der Huzulen. Marburger Ostforschungen,Bd. 39. J. G. Herder- Institut, Marburg/ Lahn, 1981, 186 S., 64 Abb., 1 Karte.Genau 80 Jahre ist es her, daß in dieser Zeitschrift ein umfassendes Werk überdie Huzulen besprochen wurde. Ivan Franko, der westukrainische Schriftstellerund Dichter, nach dem 1962 die ukrainische Stadt Stanyslaviv in Ivano- Frankivs'kumbenannt wurde, untersuchte 1902 im VIII. Band der ZÖV ausführlich Volody-myr Šuchevyčs Hucuľščyna( Huzulenland), welches Werk Ivan Senkiv in derhier zu rezensierenden Studie über Die Hirtenkultur der Huzulen" als eine seinerQuellen nennt.

Ivan Franko, dem in diesem 39. Band der Marburger Ostforschungen des J. G.Herder- Institutes ein eigener Abschnitt gewidmet ist, promovierte nach seinemStudium der Slawistik in Lemberg 1893 in Wien und publizierte, um der Zensurder galizischen Presse zu entgehen, in Wiener Zeitschriften kritische Beiträge zurLage der Bauern in der Ukraine. Sein Engagement ging bis zur Mitbegründungder ukrainischen radikalen Bauernpartei 1890. Diese Bewegung mit dem Zieleiner unabhängigen Ukraine hatte ihre Anhänger auch unter den Huzulen. Mitseiner administrativen Dreiteilung in einen galizischen, bukowinischen und südlichder Karpaten gelegenen Teil gehört das Huzulenland seit 1945 zur Sowjetunion( Ukr. SSR), nachdem es vorher unter polnischer( bis 1772), österreichischer( bis1918) Herrschaft stand, danach Teil der Westukrainischen Republik wurde undzwischen 1920 und 1939 auf Polen, Rumänien und die Tschechoslowakei aufge-teilt war. Das Čornohora- Gebirge ist das Zentrum dieses 1939 6500 km² großenGebietes, das neben den Huzulen auch die Lemben und Bojken bewohnten.

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