ganze Gebäude und Fabriksanlagen auf Rollen und Tiefladern übertragen, um diehandwerkliche und technische Entwicklung von einem halben Jahrhundert zukonservieren und für die Nachkommen beschaubar zu machen. Der Gerätebauund Sondererfindungen der Kriegszeit können sowieso nur mehr im Ausland be-sichtigt werden. In der DDR sind schon jetzt Schutz und Pflege technischer Denk-mäler gesetzlich verordnet, während wir uns noch um den Bestandschutz alterHolzbauten bemühen, die Landwirtschaft zum Teil vergessen und das Handwerkversäumen.
Wenn in Reiseführern der BRD„ Technische Sehenswürdigkeiten in Schleswig-Holstein" angeführt sind und von Flensburg aus ein solcher„ Technik- Baedeker"für Österreich entsteht, so vermag für Kärnten lediglich das Handwerkmuseum inBaldramsdorf und das Bezirksmuseum Spittal, in jüngster Zeit auch Hüttenberg,translozierte technische Objekte der Landwirtschaft, des Bergbaues und Hand-werkes zu bieten, auch wenn zur Zeit ein Freilichtmuseum für Werkstätten undMaschinenhäuser( wie an Ort und Stelle die Apriacher und Luggauer Mühlen)zwar denkbar, aber nicht durchführbar ist. Sicher ist es jedoch die nächste Auf-gabe der Museologen, weil sie auch ein Stück der Heimatpflege und historischenForschung ist. Offizielle Stellen können unmöglich auch die technikgeschichtli-chen Objekte erfassen und bearbeiten. Daher werden z. B. Laien vom KärntnerBildungswerk, Arbeitskreis für Denkmalpflege und Heimatmuseen, aufgerufen,sich darum zu kümmern, bevor die ersten Zeugen des Maschinenzeitalters zuSchrott geworden sind.
Dazu gibt es die Möglichkeit durch a) Erfassung aufgelassener Werkstätten mitEinrichtung( Motoren, Autos, Motorräder, Radios, Projektoren, Fotoapparate,Traktoren, Schreibmaschinen, Dreschmaschinen, Öfen); b) Darstellung der Ent-wicklung in Reihen, Arbeitsweisen, Formveränderungen, um zuvorzukommen: 1.der Zerstörung von Anlagen und deren Plünderung, 2. dem Verfallenlassen. Da-zu gehören: Hammerwerke, Erzgewinnung, Mühlen, Stampfen, Pocher, Walken,Gattersägen( Venetianer), Ziegeleien, Wachsziehen und Metbrauen, Bandwirke-rei, Handdruck und Weben, Ölschlagen, Mostpressen, Schnapsbrennerei, Torf-
stechen.
Erschwernisse dabei sind: Hohes Gewicht, niedriger Wert, Räume mit Dachund Verschluß, Transportkosten und Unfallsgefahren.
Dazu sind vor allem notwendig: a) die Mobilisierung des Bewußtseins und dieMitarbeit der Behörden, Firmen und Eigentümer; b) Sammlung alter Pläne, Fo-tos, Akten, Literatur, Kataloge, Ansichtskarten; c) karteimäßige Erfassung vontechnikgeschichtlichen Objekten; d) Fotos in Schwarzweiß, Dias; e) Publika-tionen in Zeitungen, Zeitschriften und ORF; f) Kontakte mit Zünften, Interes-sierten und Exkursionen zu Objekten; g) Fotoausstellung von erfaßten Objek-ten im Bezirk zur Aufklärung.
Praktische, zu besichtigende Anfangserfolge mit zugehörigem Sachgut: Gerätezur Goldgewinnung im Privatmuseum Lindsberger, Döllach i. M.; ApriacherStockmühlen, Gemeinde Heiligenblut an der Glocknerstraße, Mühlen des Le-sachtales in Maria Luggau; Hammerschmiede und Sägemühle in St. Oswald/Bad Kleinkirchheim; Waldglasofen, Schwanzhammer, Pocher, Granatmühle,
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