rigkeiten in den meisten Museen ähnlich. In der Diskussion wurde der Wunschnach einer Fortsetzung der Gespräche, eventuell in Kleingruppen, zur Erläute-rung spezieller Sachfragen geäußert. Ferner sollen in der nächsten Zeit gegenseiti-ge Besuche aller einschlägigen Institutionen, vorläufig im Wiener Raum, Kennt-nisse und Kontakte erweitern. Die objektiv notwendige und nützliche Beschäfti-gung mit diesem für mehrere Fächer wichtigen Arbeitsgebiet, aber auch die enga-gierte Mitarbeit der Teilnehmer lassen gewinnbringende Erfolge dieser Zusam-menarbeit auch für die Zukunft erwarten.
Margot Schindler
Industrie- Archäologie in Kärnten
Wir sind immer ein Stückchen hintennach, und deshalb sind wir über dieseÜberschrift vielleicht erstaunt, denn vor wenigen Jahrzehnten wurde noch alles,was aus dem Volke kam, als Volkskunde bezeichnet, ob es die Volkskunst, dasVolkslied oder der Arbeitsbrauch war. Nun hat sich die Volkstechnik mit derTechnikgeschichte verzahnt. Sprach man von hölzernen Geräten der vormaschi-nellen Zeit, so kamen die Auffassungen in dem Augenblick in die Klemme, alsdie Ergologen ihre Thesen vorbrachten, aber auch die Soziologen, weil die Ma-schinen nicht mehr aus Holz, sondern aus Eisen hergestellt wurden, freilich mitplastischen Gußbildern versehen, aus Freude an der Arbeit, wie man es beimHolz gewöhnt war. Nun spricht man schon von„ vorindustrieller Vergangenheit",die den gleichen kulturhistorischen Wert in Anspruch nimmt wie die vormaschi-nelle Zeit.
,, Tatsächlich haben Fabrikationsanalysen des Verkehrs und der Versorgung dieExistenz und die Umwelt breiter Bevölkerungsschichten stärker geprägt als dieheute im Mittelpunkt der klassischen Denkmalpflege stehenden Sakral- und Pro-fanbauten“, sagt der Volkstechnikforscher Prof. Dipl.- Ing. W. Ruckdeschel imJahresbericht 1977 des Heimatvereines Augsburg, in dem er übrigens auch auf be-rechnete Leistungswerte landwirtschaftlicher Arbeitsgeräte z. B. in Oberkärntenhinweist.
Die international übliche Bezeichnung„ Industrie- Archäologie" wird damit be-gründet, daß die Erforschung des Maschinenzeitalters mit gleicher Gründlichkeiterfolgen muß, wie dies in der Archäologie erfolgt, erwähnt die Schweizer Gesell-schaft Pro Technorama.
Fand die Erforschung des Handwerks schon da und dort Interessenten( aufbreiter Basis nur in den Oststaaten), so müßten wir allmählich nach den Erfahrun-gen an archaischen Bauernhäusern, Truhen und Kästen nunmehr die radikaleVerschrottung alter Maschinen, Motorräder, Autos, Setzmaschinen, Feuersprit-zen, Lokomobile, Waschmaschinen, Radioapparate usw. verhindern, weil sie ein-mal die vielbewunderten Hilfen unserer Großväter waren. In England, wo nachden Holzwebstühlen die ersten Automaten industriell erzeugt wurden, tauchteschon 1950 der Begriff„ Industrie- Archäologie" auf. Damit begann die Erfor-schung der Industrie mit Untersuchungsmethoden für nichtantike Zeiträume. DieAnregung kommt also aus dem Mutterland des Maschinenbaues. Im Hagen hatdas Westfälische Freilichtmuseum in einem 40 Hektar umfassenden Museumspark
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