Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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cher. Rudolf Haybach hielt die Motive zunächst mit Ölkreide fest und setzte siedann später im Atelier in Ölbilder um. Gefiltert durch die Augen des Künstlersentstand auf diese Weise eine bebilderte Dorfmonographie von Hintermuhr.

Die beigestellten Fotos von Dipl.- Ing. Michael Martischnig unterstreichenden dokumentarischen Wert der Bilder und Zeichnungen von Rudolf Haybach.Die Ausstellung, zu der auch ein Katalog vorliegt, bleibt bis Ende Oktober1982 geöffnet.

Franz Grieshofer

Textilabteilungen an Wiener Museen

Dem verstärkten Interesse an Textilien und deren Sammlung Rechnung tragendund geleitet vom Wunsch nach fachlicher Kommunikation fand am 15. April 1982im Österreichischen Museum für angewandte Kunst ein Treffen von Wiener Tex-tilfachleuten im Bereich der Museen statt. Daß ein echtes Bedürfnis nach Gedan-ken- und Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet besteht, zeigte die überaus regeTeilnahme an der von Frau Dr. Angela Völker angeregten und organisiertenVeranstaltung. Über vierzig Damen, aber auch einige Herren allerdings in derMinderzahl bei einem traditionell weiblichen Thema- beschäftigten sich mit Fra-gen der musealen Bewahrung und Präsentation von textilen Objekten. Dieses er-ste Treffen sollte zunächst dem gegenseitigen Kennenlernen und Knüpfen vonFachkontakten dienen, denn die Zahl der in Textilabteilungen an Wiener Museenbeschäftigten Mitarbeiter, vor allem der Textilrestauratoren, hat in den letztenJahren erfreulicherweise stark zugenommen. Dieser Tatsache mögen verschiede-ne Ursachen zugrunde liegen. Einerseits machen die Textilabteilungen durch ver-stärkte Ausstellungstätigkeit auf sich aufmerksam( zum Beispiel 1981/82 Kleidermachen Leute" im Österreichischen Museum für angewandte Kunst und, Wasch-tag" im Österreichischen Museum für Volkskunde), anderseits ist ein allgemeinertextiler Trend zu registrieren, die Beschäftigung mit textiler Kunst befindet sicheindeutig im Aufwind, textiles Gestalten ist in", wofür viele Anfragen im Mu-seum nach etwaigen Kursen über das häusliche Spinnen von Wolle oder über dasWeben auf Heimwebstühlen ein beredter Gradmesser sind. Drittens fanden viel-leicht doch die SOS- Rufe der Abteilungsleiter an Textilsammlungen bei den maẞ-geblichen Stellen Gehör, denn vielfach ist der Zustand textiler Sammlungsgegen-stände alarmierend, da aufgrund von Depotschwierigkeiten und Raummangeleine objektgerechte Lagerung bisher oft nur beschränkt möglich war, und da oftauch wegen des Fehlens von ausgebildetem Personal Objekte, welche bereits be-schädigt ins Museum kamen, meist in diesem Zustand belassen werden mußten.

Nun wurde in den letzten Jahren eine erste Ausbildungsmöglichkeit für Textil-restauratoren geschaffen. Bislang gab es neben dem akademischen Restauratorkeine äquivalente Ausbildung auf dem Textilsektor. 1976 wurde an der Bundes-lehranstalt für Bekleidungsgewerbe in der Herbststraße 104, 1160 Wien, ein ein-jähriger Ausbildungslehrgang für Textilrestauratoren eingerichtet, der nun aufzwei Jahre ausgedehnt werden soll. Mit den Absolventen dieser Lehrgänge stehenzum erstenmal ausgebildete Kräfte in größerer Zahl zur Verfügung, welche die

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