Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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Ähnlich steht es in der Möbelmalerei. Auch hier gibt es nur abund zu Beispiele für die Darstellung des hl. Franz auf bemaltenKasten. So steht im Heimatmuseum Tölz in Oberbayern ein Ka-sten, dessen vierfeldrige Schauseite auf blauem Grund figural be-malt ist. Im Feld links unten ist die Vision des Kruzifixes und dieVerleihung der Wundmale an den Heiligen dargestellt, wohl zuEnde des 18. Jahrhunderts. 110) In Nordostböhmen dagegen ist einKasten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bemalt worden,ein eintüriger, bei dem aber Doppeltürigkeit vorgetäuscht er-scheint. Die beiden Bildfelder oben zeigen wohl die Namenspa-trone der Brautleute, zu deren Hochzeit der Kasten wohl ent-standen ist, nämlich links stehend die hl. Katharina und rechtsvor dem Kreuz kniend der hl. Franziskus. Der Name des Heili-gen ist längst abgewaschen, vielleicht bei Gelegenheit einer Wie-derverwendung des Möbels zu einer anderen Hochzeit, bei dereben der Bräutigam nicht mehr Franz hieß.111)

Keramik

Die Seltenheit des Vorkommens der Darstellung des hl. Fran-ziskus bleibt wie auf anderen Gebieten der Volkskunst so auchauf dem der Keramik bestehen. Anscheinend kommen überhauptnur ab und zu Majolikagefäße mit dem Bild des Heiligen vor,und sie sind vermutlich entweder direkt in Italien entstandenoder doch italienischen Arbeiten nachgebildet.

Direkt aus Oberitalien stammt wohl eine vorzügliche Pilgerfla-sche aus Majolika, also eine große Flachflasche, einseitig glasiertund bemalt. Auf der gewölbten Vorderseite ist sie blau auf wei-Bem Grund bemalt, man sieht den ekstatisch dargestellten Heili-gen, der die Wundmale empfängt, ohne daß sich das stigmatisie-rende Kreuz am Himmel zeigen würde. 112) Daran mag das Rund-format schuld sein, die vermutlich graphische Vorlage hat wohldie ganze Szene enthalten. Die Vermutung, daß das Stück inOberitalien im 18. Jahrhundert entstanden sein dürfte, könntevielleicht noch in der Richtung unterstrichen werden, daß es sichum eine Pilgerflasche für Assisi- Pilger handelt.

Eine zweite Majolika, ein Krügel in Birnenform mit dem ge-wohnten Henkel und dem weiten Hals weist oben und unteneinen gelben Rand auf. Auf dem weißen Grund ist die Wandungblau bemalt: In der Mitte der Rahmung kniet der Heilige voreiner Monstranz. 113) Es drängt sich dabei die Frage auf, ob essich dabei überhaupt um den Heiligen von Assisi handelt. 114) Das

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