ders selbstverständlich in den von Franziskanern und Kapuzinernbetreuten Alpenländern. 103) Es steht dabei doch so, daß der hl.Franziskus, sonst also doch eigentlich weniger verehrt, hier zu-mindest in die Gruppe der abwehrkräftigen Heiligen stets mitauf-genommen erscheint, nicht selten sogar an der Spitze der Neu-nergruppe. 104)
Daneben sind die einzelnen Andachtsbilder, welche den Heili-gen zum Hauptdarstellungsgegenstand haben, kaum zu überblik-ken. Kupferstiche, Papiermalereien, später auch kolorierte Li-thographien sind hier bis weit ins 19. Jahrhundert hinein zu fin-den. Die Papiermalereien lassen sich dabei am wenigsten land-schaftlich zuweisen, sie mögen also, vermutlich wieder in Zusam-menhang mit der Namengebung im österreichischen Kaiserhaus,um und nach 1800 in besonderem Ausmaß entstanden sein. 105)Lithographien sind in allen einschlägigen Druckereien erschie-nen, also beispielsweise bei dem besonders produktiven Hoff-mann in Prag im frühen 19. Jahrhundert. 106) Auch in dieser Zeitsind offenbar von den Kapuzinerklöstern noch Andachtsbildermit dem„, Segen des H. Seraphischen Vatters Francisci" ausgege-ben worden, wie ein Kupferstich von F. L. Schmitner in Wienbeweist. Dieser„ Segen“ ist später, im Laufe des 19. Jahrhun-derts, auch noch in den Buchdruck übernommen worden. 107) DasAndachtsbild hat nur selten die Lebensgeschichte und Legendedes Heiligen erzählt, obwohl auch das gelegentlich vorkommt,beispielsweise auf einer Stichserie, die bei Benziger in Einsiedelnhergestellt wurde. 108) Die stereotype Darstellung der Stigmatisa-tion wie der Kreuzesverehrung mit Buch und Totenkopf ist je-denfalls bedeutend öfter festzustellen.
Haus- und Möbelmalerei
Den Motiven nach lassen sich die Darstellungen des hl. Fran-ziskus in der Haus- und Möbelmalerei am ehesten von den An-dachtsbildchen ableiten. Sie sind an sich selten. Nur gelegentlichhat ein Landwirt im 18. Jahrhundert sein Haus in der Art derOberammergauer„ Lüftlmalerei“ bemalen lassen und dabei denHeiligen von Assisi wohl als seinen Namenspatron angebracht.So stand in Holzgau im Lechtal, Tirol, ein schönes Haus miteiner verblichenen Hausmalerei von 1796, die Josef Degenhartzugeschrieben wurde. An der Straßenseite befand sich über derHaustür in einem Rundmedaillon die Halbfigur des hl. Franz vonAssisi, mit Kruzifix und Totenkopf. 109)
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