Kelter. Das Holzgestell brach, und die mächtigen Steine der Kel-ter erschlugen den jungen Mann. Durch Anrufung des hl. Fran-ziskus, dessen Fest an diesen Tagen war( genannt wird der 4. Ok-tober), erhielt der Tote das Leben zurück." 39) Das sind alsoWundertaten, Mirakel, wie sie auch auf den gleichzeitigen Mira-keldarstellungen und auf den Votivbildern festgehalten wurden.Die an sich nicht sehr zahlreichen italienischen Votivbilder mitdem hl. Franziskus bezeugen dies.
Und geopfert sollte auch wie an anderen Wallfahrtsorten wer-den.„ Nach der vita prima s. Francisci brachte die Mutter desMädchens Eugubina, das offensichtlich an spastischer Lähmunglitt, um der Gnade teilhaftig zu werden, dieses mit einem Bildaus Wachs( cum imagine cerea) zum Grab des hl. Franziskus.Nachdem sie dort acht Tage verbracht hatte, konnte das Mäd-chen auf einmal seine Glieder nach ihrem Willen gebrauchen." 40)Die frühe Verbreitung des Wachsopfers auch in Deutschlandhängt vielleicht mit der frühen Franziskus- Verehrung zusammen.Das Auftreten in der Elisabethkirche in Marburg an der Lahnkönnte darauf hindeuten. 41)
Aber die Belege für eigene Wachsopfer an Franziskus- Wall-fahrten bleiben spärlich. Auch die spätere Wachsbossierung, nurmehr fadendünn mit dem Opferbrauch verbunden, kennt keinebesondere Beziehung zu dem Heiligen von Assisi. Ab und zu fin-det sich eine Wachsbossierung mit dem Bild des Heiligen, so bei-spielsweise eine solche künstlerische Arbeit mit einem Gnaden-pfennig von Mariazell, um 1800 gefertigt. 42) Aber das ist nur einAusläufer der Andachtsbildkunst, das Motiv des vor der Höhlesitzenden stigmatisierten Heiligen mit Kruzifix und Totenkopf ge-hört ganz der barocken Andachtsbild- Ikonographie an.
Bei weitem volkstümlicher war der Gebrauch von Räucher-kerzchen, die offenbar bei Franziskanerkirchen, an Franziskus-Feiertagen ausgegeben, verkauft wurden. Man nannte sie sogardirekt„ Franzischkerln“ 43), in Steiermark„ Franzischk“ 44), diesekleinen pyramidenförmigen Räucherhütchen, und verwendete siebei der häuslichen Andacht, im ländlichen Bereich wohl auch zurStallbesegnung. Belustigenderweise konnte man in anderenLandschaften unter dem gleichen Namen auch kleine Mehlspei-sen erwerben. In Bayern hieß eine Art von zarter, in Milch ge-kochter und in Butter gerösteter Mehlspeise die„ Franziska-nerln", wohl als Hinweis auf eine ehedem klösterliche Fasten-speise. 45) Weihebrote im engeren Sinn waren diese„ Franziska-
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