dem Benediktinerstifte Admont im steirischen Ennstal inkorporierten Pfarre.Aber wo mögen die( neben dem reichen Schatze im Österreichischen Museum fürVolkskunde in Wien) einstmals in der Privatsammlung Andrich zu Graz( vonmir am 29. März 1960 verzeichneten) vier untereinander verschieden koloriertenKupferstiche dieser Maria Dorfen hingekommen sein? Wohin des weiteren die,, Gnadenbilder von Landshut oder Maria Dorfen, die wir in den Murauer Bürger-und Bauernhäusern des 18. Jahrhunderts finden", wie sie Hanns Koren 1952vermerkte( H. Koren, Steiermark als Umschlagplatz europäischer Volkskultur.In: Neue Chronik zur Geschichte und Volkskunde der InnerösterreichischenAlpenländer, Graz, Nr. vom 7. September 1952, S. 3 f.)? Selber hatte ich mir eineWoche später, am 4. September 1952 in der Leech- Kirche( des DeutschenOrdens) zu Graz notiert:„ Rechte Seitenwand, Bild: Wahre Abbildung des Gna-denbildnus unẞer Lieben Frau zu Dorffer( sic!). Ca. 2 m hoch, 1½ m breit; Öl aufLeinwand, barock gerahmt. Gnadenmadonna von Dorffen. Zackenkrone, weiterblauer Mantel; dreieckförmig ausgebreitet wie Schutzmantel; Halsketten; schwerbarockbestickter Prunkornat. Rechte hält Jesusknaben: ebenfalls Zackenkrone,Barockornat. Weißes, langes Kraushaar wie eine Perücke. Linke hält Zweig mitRosen und Lilien. Über der Hand liegt eine lange Kette, mit der die Finger desJesusknaben spielen. Unten Schriftband. Zeit: um 1740?" Nun, auch die Leech-Kirche ist längst restauriert und all solcher Bilder, der Ritterfahnen u. dgl. ent-blöẞt. Aber wohin kam auch dieses steirische Zeugnis einer Kultbildfiliation so-weit in den deutschen Südosten hinein? Ich konnte es nicht erfragen. Des Fragenswäre auch kein Ende, seit man ,, alte Bilder", zumal jene der barocken Devotion,auch dort entfernt, verkauft,„ verschwinden" hat lassen, wo sie bis in unsere Zeitwenigstens die Pietät noch belassen hatte...
Leopold Kretzenbacher
Alfred Cammann
Alfred Karasek, Donauschwaben erzählen, Teil 4(= Schriftenreihe der Kommission für ostdeutsche Volkskunde, Bd. 20).599 Seiten mit 74 Abbildungen und 5 Karten. Marburg 1979. N. G. ElwertVerlag. DM 32,-.Alfred Cammann
Alfred Karasek, Volkserzählung der Karpaten-deutschen- Slowakei- Teil 1(= Schriftenreihe der Kommission fürostdeutsche Volkskunde, Bd. 24). 503 Seiten mit 66 Abbildungen und 4 Kar-ten. Marburg 1981. N. G. Elwert Verlag. DM 36,-.
Ab 1976 legte Alfred Cammann jährlich einen Band von z. T. auf Aufnah-men von Alfred Karasek beruhenden und durch umfangreiche eigene Forschun-gen in der BRD sowie in Ungarn ergänzten ,, donauschwäbischen" Erzählungenvor( vgl. ÖZV XXXI 80, 1977, S. 240 f., S. 334 f.). Abweichend vom 1. Band, derFundberichte von Orten entlang der Donau( von Wolfs bei Ödenburg bis Traunaubei Arad) enthält, sind die Teile 2-4 nach der alphabetischen Reihenfolge derOrte, aus denen die Geschichten stammen, gegliedert. Der abschließende 4. Bandbeinhaltet demnach die Buchstaben P- Z: ca. 700 Erzählungen aus 70 Beleg-
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