der Fülle der sageninterpretierenden Literatur gewiß nicht leicht zu erstellen. Eineschöne Aufgabe würde er zweifellos darstellen. So muß man sich also mit denTexten begnügen, und die alten Landschaftsbilder aus dem„, Malerischen undromantischen Westfalen" und anderen alten Bilderwerken dazu betrachten.
Leopold Schmidt+
Die Edda. Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesängeder Germanen. Vollständige Ausgabe in der Übertragung von FelixGenzmer. Mit einer Einführung von Kurt Schier. Düsseldorf und Köln1981, Eugen Diederichs. 384 Seiten. DM 29,80.
Das Ramayana des Valmiki. Indiens märchenhaftes Epos. Aus demEnglischen übertragen von Claudia Schmölders. Mit einem Essay von Gün-ter Metken. Düsseldorf und Köln 1981. 320 Seiten mit 7 Abb. im Text und8 Kunstdrucktafeln. DM 36,-.
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Walter Heissig( Hg.), Die Geheime Geschichte der Mongolen.Dschingis Khan, Geser Khan und König Finster Epen, die Geschichteschrieben. Düsseldorf und Köln 1981. 288 Seiten und 5 Zeichnungen vonGonpo Ronge. DM 32,-.
Der Eugen Diederichs Verlag zeichnet sich zweifellos dadurch aus, daß er anThemen, Themenkreisen, Stoff- und Sinnbereichen festhält, die schon sein Grün-der als wichtig empfunden hat, und die durch seine Arbeit Weltgeltung erworbenhaben. Es handelt sich dabei nicht selten um Bücher, die man nicht besprechenkann und auch nicht mehr zu besprechen braucht, weil ihr Rang in der Welt dergroßen mythischen Literatur längst feststeht. Aber bei Neuausgaben soll dochauch hier darauf hingewiesen werden.
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Am wichtigsten für den Bereich der Volkskunde ist von den vorliegenden Neu-erscheinungen zweifellos die einbändige Neuausgabe der Edda in derMeisterübertragung durch Felix Genzmer. Das Buch enthält in Übersetzung alles,was man als ,, Edda“ bezeichnet, enthält auch die Anmerkungen von Genzmer,und einige der manchmal etwas zurechtrückenden Ergänzungen von AndreasHeusler. Kurt Schier hat die berühmte Übersetzung in seiner Einleitung in denentsprechenden geistesgeschichtlichen Rahmen gerückt. Ein„ MythologischesGlossar erleichtert dem Nichtnordisten die Benützung.
Von den beiden anderen Bänden ist nur zu sagen, daß vermutlich Indologenwie Nichtindologen froh sein werden, das„, Ramayana“ in einer so großartigenÜbersetzung nunmehr zu besitzen. Wie sehr das Werk unsere Geistesgeschichteseit langem schon beschäftigt, geht vielleicht am besten daraus hervor, daß Fried-rich Schlegels einführende Bemerkungen, einstmals im Wiener Vormärz hier vor-getragen, im Anhang wiedergegeben sind. Der Allgemeinheit weit weniger be-kannt ist die berühmte„ Geheime Geschichte der Mongolen", von ihrem bestenKenner, Walther Heissig, vorgelegt und durch ein eingehendes Nachwort in den
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