nommen wird, und auch die Rauchfangkehrer, die Müller und die Schaffler her-angezogen erscheinen. Die Bebilderung ist auch für diese Sonderpatronate reichausgefallen.
Leopold Schmidt
Erwin Koller, Totentanz. Versuch einer Textembeschreibung(= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft, Germanistische Reihe, Bd. 10)758 Seiten( vervielfältigt), 34 Abb. Innsbruck 1980. Institut für Germanistikder Universität Innsbruck. S 549,-.
Dem abschreckenden Untertitel zum Trotz sollte sich jeder Interessent, derspätmittelalterliche Frömmigkeit, Bildkunst und Schauspiel zu erfassen versucht,mit dieser umfangreichen, sehr gut gearbeiteten Dissertation befassen. Das Phä-nomen des Totentanzes, mit dem eine Gruppe der vorreformatorischen Geistlich-keit im ausgehenden 14. Jahrhundert ihre Zeitgenossen zu ermahnen versuchte,hat doch beträchtlich lange nachgewirkt. Seine Texte sind, einmal ersonnen,ziemlich einheitlich und eigentlich bescheiden geblieben. Die Lust an der Darstel-lung des personifizierten Todes als Gerippe hat offenbar immer wieder ver-schreckte Anhänger gefunden, so daß eigentlich viele Zeugnisse einer Art von,, Massenkunst in allen künstlerischen Bereichen nachleben konnten. Wie ihreTextzeugnisse zusammenhängen, das hat Koller in minutiöser Art zu klären ver-sucht, sprachlich durch eine gehäufte Fremdwörterverwendung wohl manchmalnicht recht glücklich: Das„ Textem" ist ebensowenig auf den ersten Blick ver-ständlich wie das ,, Illokutionspotential". Aber wer einen kritischen Führer durchdiese Textzusammenhänge sucht, der wird sich damit abfinden müssen.
Leopold Schmidt †
Karl Konrad Polheim, Das Admonter Passionsspiel. Bd. II mit513 Seiten, Band III mit 482 Seiten. Paderborn- München- Wien- Zürich 1980,Verlag Ferdinand Schöningh.
1972 erschien der erste Band dieser großen Passionsspielausgabe. Der Textdieses Spieles ist 1917 vom Vater des jetzigen Herausgebers, Karl Polheim, inAdmont aufgefunden worden. Dieser erste Band enthält den Text des Passions-spieles und eine Faksimile- Ausgabe der Handschrift der Admonter Stiftsbiblio-
thek.
Die beiden nunmehr vorliegenden Kommentarbände erschließen dieses Pas-sionsspiel nach allen Richtungen. Der II. Band bringt Untersuchungen zur Über-lieferung, Sprache und Osterhandlung. Der sprachliche Teil beruht auf der Disser-tation Karl Konrad Polheims von 1950. Der„ Osterhandlung“ überschriebeneTeil gibt eine ausführliche Geschichte der mittelalterlichen Osterfeiern und Oster-spiele. Der III. Band enthält Untersuchungen zur Passionshandlung, zu Auffüh-rung und Eigenart des Admonter Textes. Dazu sind schließlich Studien zu Hans
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