Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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hier vorschnell nur die zweite Möglichkeit gelten läßt, sollte den Wildwuchs beider Vermarktung handwerklich hergestellter Keramik bei uns nicht übersehen.

Ingolf Bauer, München, und Hermann Steininger, Perchtoldsdorf

Volkskultur und Identität

Bericht über die 8. Güssinger Begegnung 1981, 20. bis 24. September 1981

Auf der Suche nach der verlorenen und wiedergefundenen Heimat befand sichdiese 8. Güssinger Begegnung von Mundartforschern, Mundartdichtern undFreunden der Volkskultur. Anläßlich der 60jährigen Zugehörigkeit des Burgen-landes zu Österreich galt es diesmal, den ,, Beitrag der Volkskultur zur geistigenSelbstfindung des Landes zu beleuchten.

War der Eröffnungsvortrag von Rudolf Fochler ,, Was ist Volkskultur" denProblemen eines Kultur- und vor allem ,, Volkskultur"-Begriffes gewidmet, wobeiKultur auch als, Orientierungsmuster für sicheres soziales Verhalten" charakteri-siert wurde und gerade Äußerungen und Objekten der Volkskultur" Funktionund Zweckgebundenheit als Differenzierung zur Hochkultur" zugesprochenwurde, ging Franz Probst auf ,, Die Volkskultur in der Kulturpolitik der ErstenRepublik" näher ein und hob die Leistungen einer Kulturpolitik als Sozialpolitikhervor in einer Zeit, da in vielen Bereichen, etwa der Schule, noch Strukturen derÄra vor dem Anschluß des Burgenlandes an Österreich gültig waren und auch dielandeskundliche Forschung erst in Ansätzen da war. Bertl Petrei belegte seineHypothesen einer generativen Ethnographie mit Beispielen aus dem Burgenland,nach der der Mensch für die Hervorbringung neuer Verhaltensweisen einen Be-stand an Mustern braucht, die wiederum allgemein verständlich sind und ,, wieder-verwertet" werden können.

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Mit Beispielen aus der Praxis unterlegte Gerlinde Haid ihre Ausführungen zu, Volkslied- Volkstümliches Lied Schlager Liedermacher", ebenso HaraldDreo, Karl Horak und Sepp Gmasz, die über die Volksliedforschung imBurgenland und, Volksmusik und Volkstanz sprachen.

Eine Exkursion führte die Tagungsteilnehmer ins Österreichische Freilicht-museum nach Stübing; die Führung durch das Museum mit Erläuterungen ,, Zurburgenländischen Sachkultur besorgte Hans Lunzer, der auch die Tagungs-organisation innehatte.

Der letzte Tag war der Literatur vorbehalten. Franz Probst referierte über,, Burgenländische Dichtung als Mittel zur Selbstfindung", und Eugen Mayer lasunter dem Titel Miteinander aufgewachsen Ausschnitte aus einem kürzlich er-schienenen Buch.

Resümierend sei im Anschluß an diese 8. Tagung der Gedanke einer Öffnunggeäußert, und zwar in bezug auf neue Teilnehmerschichten, sei es nun eine An-näherung an andere literaturproduzierende Kreise im Burgenland oder eine

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