Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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sieder als Handwerker sind aus dem Mittelmeergebiet im 9. Jahrhundert bekannt.Seifensiederzünfte gab es in Augsburg, Prag, Ulm, Wien im 14. Jahrhundert.Selbst heute ist es noch in manchen Familien gebräuchlich, die im Haus benötigteSeife selbst zu kochen, und zwar aus tierischen oder pflanzlichen Fetten unter Zu-satz von Natron( Kernseifen) oder Kalilauge( Schmierseifen).

Neben den Veränderungen in der Arbeitswelt kommen in der Ausstellung auchdie traditionellen Bereiche der Volkskunst, repräsentiert durch eine alte Samm-lung von Wäscheprackern, Mangelbrettern und Bügeleisen, zu Wort. Viele dererhaltenen Wäschepleuel und Mangelbretter weisen sich durch ihre Verzierung alskostbare Erzeugnisse der Volkskunst aus.

Die Wäschermädel, ihr traditioneller Ball, ihre Lebensweise, spielten im altenWien eine bedeutende Rolle. Dieser versucht die Ausstellung durch ausgewählteBeispiele aus dem Lebensbereich der Wäscher gerecht zu werden. Angeschnittenwerden auch die Bereiche Volksüberlieferung, Lied, Volksglaube, Aberglaube,Tracht. Zur Ausstellung ist unter dem Titel ,,, Waschtag. Altes Gerät, traditionelleArbeitsweisen und Brauch beim Wäschewaschen ein Katalog( 62 Seiten, Klein-offset) crschienen.

Margot Schindler

Erforschung von Volksmusikinstrumenten

Bericht über die Tagung der Sektion 7: Historische Volks- und Völkerkunde beim15. Österreichischen Historikertag 1981 in Salzburg

Die in der Zeit vom 14. bis 18. September 1981 in Salzburg stattfindendeTagung der Sektion Historische Volks- und Völkerkunde stand unter demRahmenthema: Volkskundliche und musikethnologische Beiträge zur Erforschungvon Volksmusikinstrumenten. Wie der Vorsitzende der Volkskunde- Sektion,Museumsdirektor Klaus Beitl, eingangs ausführte, sei die Wahl dieses Themasnicht nur als Huldigung an den genius loci erfolgt, sondern auch durch dieAktualität bestimmt worden. In Österreich beschäftigen sich nämlich gleichzeitigmehrere Projekte mit der Erfassung und Inventarisierung von Musikinstrumenten.So arbeitet unter der Leitung von Walter Deutsch vom Institut für Volks-musikforschung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wieneine Gruppe junger Musikwissenschaftler an einem Bestandskatalog sämtlicherVolksmusikinstrumente des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien;Wolfgang Suppan, vom Institut für Musikethnologie in Graz, ist mit der Heraus-gabe des Österreich- Bandes zum Handbuch der europäischen Volksmusikinstru-mente betraut, und Gerhard Stradner erhielt von der Österreichischen Akade-mie der Wissenschaften die Aufgabe übertragen, die Musikinstrumente in Öster-reich zu erfassen, wobei als erste Etappe die Musikinstrumente der öffentlichenSammlungen von Graz katalogisiert werden konnten, die demnächst im 10. Bandder ,, Tabulae musicae Austriacae" zur Veröffentlichung gelangen. Vor einemzahlreichen Publikum, unter dem sich auch Fachleute aus Bayern befanden,wurden in den Referaten die Probleme und der Stand der Dokumentation vonMusikinstrumenten dargelegt. Wolfgang Suppan hatte zwar wegen Erkrankung

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