gewachsen ist und sich die längste Zeit seines Lebens auch aufgehaltenhat. Er soll handwerklich tätig gewesen sein und beruflich einenschweren Unfall erlitten haben, so daß er seinen Beruf nicht mehrausüben konnte. Er verlegte sich auf das Anfertigen von Scheren-schnitten und bestritt seinen Lebensunterhalt damit im Umherziehenvon Ort zu Ort. Er war auf diesem Gebiet sehr begabt. Seine Wander-wege dürften ihn auch in andere Bundesländer geführt haben, wie derScherenschnitt im Jochberger Museum bezeugt. Die Arbeiten führteer an Ort und Stelle( in den Häusern der Auftraggeber) durch, eineArt ,, Stör“. Als Motive dienten ihm in der Mehrzahl Handwerke,religiöse Darstellungen. Vielfach dienten die Scherenschnitte alsäußere Umrahmung für Erinnerungsbilder Militär, Vereine, Jubi-läen, Hochzeiten usw.
Ich konnte nicht ermitteln, ob Girlinger verheiratet war und wannbzw. wo er sein Leben beendete. Er war zur Zeit des ersten Welt-krieges schätzungsweise um die 60 Jahre alt und dürfte um 1860 ge-boren sein. Er war wahrscheinlich wegen seiner körperlichen Ge-brechen vom Militärdienst befreit."
Ein am10. März 1966 in den„, Mühlviertler Nachrichten"erschienener kurzer Artikel über A. Girlinger lautet:
,, Fast ein halbes Jahrhundert lang hat der aus Haslach stammendeAlois Gierlinger als wandernder Künstler unzählige Scherenschnittefür die einfachen Leute geschaffen. Für die Bauern und Kleinhäuslerschuf er Haussegen und Tiersegen, für die Handwerker und Kaufleutedie Gewerbesegen und sonst noch alles, was gebraucht oder verlangtwurde: Taufbilder, Heiligenbilder und Erinnerungsbilder an Erst-kommunion, Firmung oder Hochzeit.
Diese Bilder sind 20 mal 30 oder 30 mal 40 Zentimeter groß undaus einem Stück Papier geschnitten. Der abgebildete Scherenschnittist im Besitz der Familie Schnopfhagen und ist seinerzeit vom Ton-dichter Hans Schnopfhagen eigens als Geschenk für den Bruder( Lederer in Oberneukirchen) bestellt worden. Gierlinger verwendeteals Untergrund meist ein blaues oder ein graues Papier und erzieltedamit eine ganz eigenartige Wirkung. Die Umrandung schnitt er inweißes Papier.
Alois Gierlingers Scherenschnitte sind im Mühlviertel noch am öfte-sten zu finden und sind heute von Sammlern und Händlern sehr ge-fragt."
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