cherischer Fahrer“, der die beiden gerammt und tödlich verwundethatte, auch noch Fahrerflucht begangen hatte. Zusätzlich daneben aufden Baum gehängt das heute( Spätsommer 1981) verschleißendeGrabtuch vom uspomene- Typ, die gleiche Anklage aufgemalt undz. T. eingestickt. Hier konnten die beiden taleinwärts auf dem heimat-lichen Friedhofe beigesetzt werden. Ob wie sonst öftergegenden unbekannt gebliebenen Verbrecher, den Fahrerflüchtigen, eine,, Verfluchung"( proklinjanje) 15) durch den Popen und die Dorfge-meinschaft erfolgt ist, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Es wäreimmerhin möglich. 16)
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Anderswo setzt man die archaisch anmutende, von starkem Magie-Denken getragene Sitte fort, für den in der Fremde Verstorbenen,dort auch Begrabenen, ein„ leeres Grab“( prazan grob) ¹7) zu errich-ten. Auf einer Bosnien- Exkursion mit meinen Münchner Studenten1972 war ich mit ihnen abseits der Straße Jajce- Travnik auf Karren-wegen bis zu dem damals noch nicht auf einer Straße erreichbarenDorfe Staro selo aufgestiegen. Wir suchten damals im Anschluß aneine Vorlesung ,, Bogumilen- Steine"( stećci) und haben sie dann nachmühsamen Abfragungen unter dem dort allein geläufigen Namengrčko groblje ,, Griechischer Friedhof“ auch gefunden. Unterwegsmeißelte ein von einer offenkundig als einschlägig bekannten Firmazu Sarajewo hieher entsandter Steinmetz auf einer Wiese an einemMarmorgrabmal die Inschrift und den Rahmen für ein erst vorgesehe-nes Photo eines in der Ferne( ,, in Wien oder wo“) verunglücktenGastarbeiters ein.( Abb. 1) Dieser Steinmetz und die immer zahl-reicher herankommenden Einheimischen, die rund um den Arbeits-platz auf der Wiese Stehenden ließen für meine Studenten und fürmich als ihren Dolmetsch eine rasch herbeigeholte Schnapsflaschekreisen und wußten dabei die tragische Lebensgeschichte des aus Notzur Arbeit in die Fremde Abgewanderten zu erzählen: das Unglückauf einer Baustelle in Österreich, das ,, Sterben ohne Licht“ und dasBegrabensein in der Fremde; die Trauer von Eltern und Ge-schwistern, nun das Setzen des Grabsteines hier, d. h. auf seinemheimatlichen,„ privatem" Grunde. Mithin außerhalb des Friedhofesfür die Orthodoxen, neben dem einer auch für Katholiken und einweiterer für die im ganz nahe gelegenen Dorfteile wohnenden Musli-manen bestand. Der„, griechische“ mit den überwachsenen Inschrift-steinen ist hier nicht mitgezählt. Man scheute sich nicht zu sagen, daßdie Familie ihr Totengedenken an den dazu bestimmten Tagen mitLichterbrennen, Blumenschmuck und Speisenreichung eben hier voll-
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