Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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bindlicher Tag. Anderswo( Syrmien, Banat) ist es das družalo,ružičalo, der zweite Montag nach Ostern, der dem Friedhofsbe-such, dem Gebet, dem Sippenmahle dort, auch dem Tanz derJugend mit ,, Verbrüderung( pobratimstvo) dort vorbehaltenist. 10).

Erheblich seltener geworden unter dem Einfluß obrigkeitlicher, vonstaatlichen wie auch von den kirchlichen Behörden kommenderHygiene- Gesetze, allgemein zu beobachtenden Mentalitätswandelsund gewiß auch langsam schwindenden Bewußtseins für einen Sippen-zusammenhalt ist die ehedem dominante, von mir aber auch auf Wan-derungen zwischen den mittleren dreißiger wie den siebziger Jahrenmehrfach beobachtete( Jajce, Travnik, Banja Luka, Višegrad usw.)Sitte des Sippenmahles zum Totengedenken zu Hause wie vor allemam oder über dem Grabe, die auch in Sag- Überlieferung wie in denRedensarten berühmt- berüchtigte daća.¹¹) Matija Murko hatte sie1910 in seiner großen und vor allem philologisch reichhaltig auf-schließenden Studie Das Grab als Tisch" 12) beschrieben, analysiert.Die Industrialisierung auch breiter Landstriche, die damit verbundene,, Auflösung" des einst rein bäuerlichen Dorfes, die Mobilität seineroft weit auspendelnden Arbeiter, mithin das starke Ansteigen der sichauch in ganz Südosteuropa zahlenmäßig mehrenden nur noch,, Nebenerwerbsbauern mit den damit verbundenen Terminzwängenmag ein übriges zur Einschränkung solcher Sippenfeiern am Grabeeines ihrer Angehörigen getan haben. Die gleichen Verhältnisse er-schweren ja auch die einst in weitaus größerem Umfange und Ver-bindlichkeitsgrade gefeierten Sippenmähler am Namenstage desSippen-, Familien-, Hauspatrons, des Namensheiligen, also nicht einesIndividuums, sondern eben einer Sippe in der slava. ¹³)

Die Tendenzen und die Erfordernisse einer neuen Zeit, neuerSozialverfassung, neuen Zeiteinteilens und Standortwählens in derArbeitswelt brachten jedoch notwendigerweise auch ganz andere For-men des gleichwohl als unverzichtbar empfundenen Totengedenkensmit sich. Dies zumal für die nicht in ihrer Heimat Verstorbenen.

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Sicherlich ist heute sehen wir von den Blutopfern der noch nichtso weit zurückliegenden Kriege ab die größte Gruppe der nicht inihrem Wohnhause, in ihrer Familie aus dem Leben Geschiedenen jeneder Verkehrstoten. Schon wenige Jahre nach dem zweiten Weltkriegehatte man im damals hinsichtlich religiöser Manifestationen beiweitem noch nicht so wie heute liberalisierten Jugoslawien begonnen,

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