Andere Beiträge, die vielleicht wissenschaftlich besser fundiert sind, gehen ein-fach am Thema vorbei, wie jener von Natascha Würzbach„ Feministische Forschungin Literaturwissenschaft und Volkskunde" oder Kay Stone„ Macht mit mir, was ihrwollt- Frauen und Erzählen heute". Auch der sicher klug geschriebene und inhalts-reiche Aufsatz von Franz Vonessen steht hier einfach am falschen Ort.
Schade ist es um die Studien von Kollegen mit guten Namen und zielführendemInhalt, sie hätten einen besseren Rahmen verdient.
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Ganz am Rande sei darauf verwiesen, daß sowohl die„ armen, geprüften" Frauenwie Aschenputtel untypisch sind, weil es dazu außerhalb Mitteleuropas genü-gend männliche Paralleltypen gibt, wie auch das Hexenproblem wesentlich kompli-zierter liegt, wobei ebenfalls orcus und orca austauschbar sind.
Leider ein miẞlungener Versuch, das Wichtigste zum Thema zu sagen.
Felix Karlinger
Omul de Piatră. Basmele călătorilor în timp. Antologie, prefaţă şi bibliografie deRuxandra Niculescu. Bucureşti, Editura Minerva, 1976, XXIX, 211 Seiten.Der Band bringt eine Anthologie rumänischer Märchen zum Thema der„, Zeitrei-sen" oder der Relativität der Zeit, die zumeist für den Helden langsamer verläuft alsfür die diesseitige Welt. Ruxandra Niculescu hat dazu nicht nur sehr unterschiedlicheTexte aus der mündlichen Überlieferung ausgewählt, sondern auch ein lesenswertesVorwort geschrieben. Sie erfaßt dabei den Versuch des Erzählens, das abstraktePhänomen der Zeit konkret am Bild der Vergänglichkeit ablesbar zu machen. Zumräumlichen Jenseits gesellt sich so in vielen Märchen auch ein zeitliches Jenseits, dasseine eigenen Gesetze im Ablauf der meßbaren Zeit als einer vierten Dimensionbesitzt.
Die Bibliographie beschränkt sich verständlicherweise auf rumänische Studienzum Thema; hier wäre manches an Schrifttum nachzutragen.
Felix Karlinger
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