gearbeitet in den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts von F. Briegleb( Pfarrer;wahrscheinlich in der Provinz Sachsen nahe Magdeburg)" zuerst in Faksimiledruck( S. 1-198) und weiters„ die Brieglebschen Lieder in Transkription"( S. 189–349)auf Grund der handschriftlichen Aufzeichnungen im Deutschen Volksliedarchiv( Nummern A 33 313- A 44 203) wiedergegeben sind. Otto Holzapfel als wissen-schaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Volksliedarchivs hat ergänzend in einemAnhang einen Bericht über„, Den heutigen Forschungsstand, Kommentare und Kon-kordanzen zu Friedrich Brieglebs handschriftlicher Liedersammlung verfaßt,wobei er sich angesichts der Masse des seit 1928 am Deutschen Volksliedarchivthesaurierten Vergleichsmaterials lediglich auf Ergänzungen zu dem Aufsatz vonH. Schewe und E. Seemann beschränken mußte. Für die Erschließung dieser Lie-dersammlung sind darüber hinaus jene Veröffentlichungen und Bearbeitungen desBrieglebschen Materials heranzuziehen, die in einem eigenen Verzeichnis( S. 353-356) nachgewiesen werden. Ein Register der Liedanfänge sorgt weiterhinfür die leichte Benützbarkeit dieser wichtigen Quellenedition.
Klaus Beitl
Josep Massot i Planes, Cançoner Musical de Mallorca. Edició a cura de Bal-tasar Bibiloni i Llabrés i de Josep Massot i Muntaner. Palma die Mallorca,„ SaNostra", 1984. 442 S.
Josep Massot i Planes( 1876-1943) war als Sohn eines Musikers von Jugend aufSammler und Bearbeiter mallorquinischer Volksmusik. Selbst kompositorischbegabt, entwickelte er ein feines Gefühl für das Wesen der Volksmusik seiner Inselund geriet nie in Gefahr, zur Salonmusik abzugleiten. Daß nun Material aus seinergroßartigen Sammlung publiziert worden ist, muß man um so mehr begrüßen, alsder Autor bei den meisten Weisen auch angeführt hat, wann, wo und von welchenMusikanten er die Melodien notiert hat. Ein Großteil davon stammt aus dem Jahre1909, reicht also weit in jene Epoche zurück, da die Insel noch unbeeinflußt vomTourismus war und selbst kontinentale Einflüsse des katalanischen Raums völligfehlten.
Seine Sammeltätigkeit liegt somit noch vor jener der berühmten BarceloneserGruppe, der zu Beginn der zwanziger Jahre auch der später führende spanischeMusikwissenschaftler Higini Anglès angehören sollte.
Umfaßt der 1. Teil Volkslieder der verschiedenen auf der Insel gebräuchlichenTypen und Funktionen, so ist der 2. Teil dem großen Bereich des Volkstanzes zuge-wandt. Auch sie sind nach den einzelnen Gruppen und Landschaften gegliedert.Manchmal haben wir hier schon fast„ Partituren" vor uns, wenn so ein Tanz zweiSingstimmen, Violine oder Flöte, Gitarre und Tamburin umfaßt, wobei der saubereund sehr übersichtliche Notendruck besonders zu loben ist. Der 3. Teil bringtzumeist tanzartige Stücke der„ Xeremies", auch mit dem Versuch, den mehr impro-visierenden Einsatz, der ihnen vorausgeht, festzuhalten.
Von der Instrumentalmusik kehrt der 4. Teil wieder zu den einstimmigen Liedern,diesmal den Volksromanzen, zurück, wobei zu den wichtigsten Balladen auch dietextlichen und melodischen Varianten anderer Orte verzeichnet werden. Viele die-ser Texte sind vollständiger als jene, die seinerzeit in den Bänden des„ Obra delCançoner catalá“ in Barcelona veröffentlicht worden sind. Auffallend ist in
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