Interessant sind auch die vorhandenen historischen Gegebenheiten in der Muster-bildung zu verfolgen. Aus dem Hochmittelalter sind nur sehr wenige Stickereienerhalten. Erst vom 16. Jahrhundert an sind Paramente vorhanden, deren Muster undFormensprache weitgehend mit den bei uns erhalten gebliebenen übereingehen. Siesind in guten Farbaufnahmen wiedergegeben. Durch eingestickte Namen ist aucheine Datierung- neben der Beobachtung der formalen Elemente- verhältnismäßigleicht durchzuführen. Die Benutzung von Vorlagenbüchern vom 16. bis 18. Jahrhun-dert wird durch Beispiele nachgewiesen, wobei die Beziehungen zum übrigenEuropa zum Ausdruck kommen.
Am Schluß des Buches sind Mustertafeln auf kariertem Papier zum Nacharbeiteneingeordnet. Die darauf wiedergegebenen Motive zeigen eine weitgehende Ver-wandtschaft mit unseren volkskundlichen Mustern.
Das Buch gibt also nicht nur einen historischen Überblick über die isländischenStickereien, sondern soll auch zum praktischen Nacharbeiten durch Verwendungvon alten Mustern und Stichen anregen.
Inge Petrascheck- Heim
William Woys Weaver( Hg.), A Quaker Woman's Cookbook. The DomesticCookery of Elizabeth Ellicott Lea. Philadelphia, University of PennsylvaniaPress, 1982, LXXXIV+ 310 Seiten, 1 Abbildung.
,, Domestic Cookery, useful receipts and hints to young housekeepers" ist der voll-ständige Titel des Buches von Elizabeth Lea, dessen Faksimile der 5. Auflage( Balti-more 1853) von Weaver herausgegeben, mit einem ausführlichen Vorwort, einerBibliographie und einem Glossar versehen wurde.
,, The Source of Liberal deeds is Wise Economy", stellt Mrs. Lea ihrem Buch alsMotto voran, das viel mehr ist als eine bloße Aufzählung verschiedener Rezepte. Siesieht ihre Aufgabe darin, jungen, unerfahrenen Ehefrauen eine Hilfe bei der Bewäl-tigung des Alltags zu sein, der bestimmt ist durch die Ideen des Quäkertums einer-seits und eine landwirtschaftlich geprägte Umwelt andererseits. Neben der Samm-lung einfacher Kochrezepte sind daher auch andere Anweisungen aufgenommen,die für eine Farmersfrau in Maryland, aber auch in anderen ländlichen Gebietennötig und hilfreich sein konnten, wie z. B. für die Herstellung verschiedener Färbe-mittel für Baumwolle, Wolle oder Seide, Seifen und Waschmittel, Kerzen, für dasPutzen der Fenster und Böden oder Flicken der Kleider, für das Weißeln von Häu-sern und Zäunen, die Aufbewahrung von Pelzen und Decken während des Som-mers, die Herstellung von„ Fleckerlteppichen", Mittel gegen Ratten, Mäuse, Amei-sen, für das Rupfen von Gänsen und Enten, die Herstellung von Federbetten, dasSchneiden von Glas, um zerbrochene Fenster zu reparieren, aber auch für das Zäh-neputzen( ,, It is very important for parents to insist on children cleaning their teeth,at least, ist is well for them to begin before they lose their first set, as it makes themlast longer, and fixes the habit, which is of great importance", S. 224 f.!) sowie Haus-mittel gegen die verschiedensten Krankheiten von Husten über Rheumatismus biszu Cholera, ergänzt durch Speisen, die für Kranke und Rekonvaleszente besondersbekömmlich sind.
Neben dieser beachtlichen Zusammenstellung von„ Rezepten“ aller Art, dieeinen guten Einblick gewähren in das nicht einfache Leben von Frauen in den länd-
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