Volume 
88 (1985) / N.S. 39
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Der erste Teil bietet einen Überblick über alte lokale und nichtmetrischeGewichte und Maße aus den österreichisch- ungarischen Kronländern der ehemali-gen Monarchie", also über die verschiedenen Gewichte, Längen-, Flächen- undFlüssigkeitsmaße, die Maße für Butter, Schmalz, Käse, Holzkohle, Kalk, Papier,Garn, Felle usw., um nur einiges herauszugreifen aus der ungeheuren Vielfalt, diezudem auch von Region zu Region, ja von Ort zu Ort wechseln konnte. So unter-schieden sich beispielsweise die Maße für Merkantilholz( Bauholz, Baumstämme,Bretter usw.) regional nach den Gebieten von Ampezzo, Fassa- bzw. Fleimstal,Primiero, Deutsch- Südtirol, Vorarlberg, Galizien, Wels, Steyr, Spitz an der Donauund Klingau. Ein Ortsregister erschließt die 593 angeführten Orte, und ein Maßregi-ster verweist auf 720 verzeichnete Maßeinheiten.

Der zweite Teil behandelt 724, alte lokale und nichtmetrische Gewichte aus 43Ländern bzw. Staaten nach den politischen Verhältnissen von 1890 sowie einigeandere antike Maße" und reicht von Ägypten bis zu Liberia und zu den USA, vonalt- griechischen Maßen bis zu alt- assyrischen und alt- hebräischen Meßeinheiten. AlsNachschlagewerk wird vorliegendes Buch sicher allen Hilfe und Beistand sein, diemit Archivalien zu tun haben und zeugt zudem vom ungeheuren Fleiß des Autorsbzw. des Bearbeiters.

Eva Kausel

Ingeborg Weber- Kellermann unter Mitarbeit von Dagmar Eicke- Jennemann undRegine Falkenberg, Der Kinder neue Kleider. Zweihundert Jahre deutscheKindermoden in ihrer sozialen Zeichensetzung. Frankfurt am Main, Suhrkamp-Verlag, 1985, 292 Seiten, zahlreiche Schwarzweißabbildungen.

Die Geschichte der deutschen Kinderkleidung

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nicht nur der Kindermode, wieder Titel ungenau angibt- von der französischen Revolution bis heute findet in die-sem Band zum ersten Mal eine zusammenfassende Darstellung. Dabei geht es nichtum eine rein phänomenologisch orientierte Bestandsaufnahme von Kleidungs-stücken, sondern Weber- Kellermann und ihre Mitarbeiter wollen Typisches akzen-tuiert vorführen und in seiner kulturell bedingten sozialen Zeichenhaftigkeit inter-pretieren. Und genau in diesen Bereichen des Buches- seinem Premierencharakterund der Betonung der kulturellen Implikationen- liegt das große Verdienst. Verun-sichert wird der Leser allerdings, wenn das Konzept( auf S. 259!) der Veröffentli-chung plötzlich und unerwartet umdefiniert wird. Hier heißt es dann:, Da ja diesesBuch weniger eine Modegeschichte der Kinder darstellen soll als vielmehr eineGeschichte kindlichen Kleidungserlebens...?

Die Publikation stellt den erweiterten und überarbeiteten Hauptteil von Weber-Kellermanns Die Kindheit( Frankfurt/ Main 1979) dar; die Materialsammlungbasiert auf einer zweijährigen Projektförderung der Deutschen Forschungsgemein-schaft. Der direkte und für eine wissenschaftliche Veröffentlichung ungewöhnlicheSprung vom DFG- Projekt zum Taschenbuch deutet schon darauf hin, daß hier eineungemein genuẞvoll lesbare Darstellung vorliegt; wie bei der Autorin nicht anders

zu erwarten.

Die ausgewerteten Quellen sind Autobiographien( die hochgradige Subjektivitätsolcher Quellen wird nicht immer mit genügender Distanz betrachtet), Fotografien,

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