Wohnstrukturen bzw. eben als Kernräume familiaren Lebens trotz einer gewissenmusealen Überhöhung in Frage kommen und abschließend auch Ausblicke auf diepositiven und auch negativen modernen Entwicklungen versucht werden.
Oskar Moser
Picu Pătruţ, Un chip al locului românesc. Muzeul Satului şi de Artă Populară( Bukarest). 1985, 32 Seiten.
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Zu den Dingen, die häufig in Gefahr sind, in der Flut von Publikationen unterzu-gehen, gehören die Ausstellungskataloge. Der vorliegende vermittelt auch dem, derdie Ausstellung des Dorfmuseums in Bukarest nicht gesehen hat( wie der Rezen-sent), dennoch starke Eindrücke. Am Werk von Pătruţ wird ein Bild volkstümlicherMiniaturen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermittelt und zugleich aufdie Bedeutung der meist im Schatten stehenden Manuskripte hingewiesen, wie sieim Balkanbereich nicht so selten sind im Vergleich zu unserem Lande. Der Katalogin Quartformat bietet eine gute Auswahl an Bildern, zugleich aber auch eineReihe von wichtigen Beiträgen kompetenter Forscher: N. Cartojan, O. Ghibu, PaulPetrescu, R. Theodorescu, Al. Duţu, Z. Dumitrescu Buşulenga, V. Cosma, M. Mo-raru, C. Velculescu, V. Drăguţ, I. Cristache- Panait, A. Bratu und A. Vasiliu.Dadurch wird der Aspekt von einer Einzelmonographie auf die gesamte Thematikund Problematik volkstümlicher Buchmalerei, Kleinkunst und Freskendarstellungausgeweitet. Was wir von Pätruţ finden, ist für die Trachtenforschung ebenso vonInteresse wie für die Volksglaubensforschung. Bei vielen Miniaturen- noch aus dendreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts läßt sich beobachten, wie gering dieVeränderungen sind im Vergleich zur Kleidung der Volksmusikanten um 1690, wiewir sie seinerzeit aus Bildern eines italienischen Reisenden haben erschließen kön-nen.(„ Zur Ikonologie rumänischer Volksmusikinstrumente" in Revue Roumained'histoire de l'art, 1968, S. 183-188.) Immer wieder fällt die Spontaneität des Aus-drucks auf, die absolut nicht nur traditionellen Vorbildern folgt, soweit es sich nichtum Ikonen handelt. Daß Pătrut auch Holzschnitte und Hinterglasikonen verfertigthat, ja daß er sich auch als Schreiber volkstümlicher Lyrik versucht hat, sei nur nocham Rande vermerkt. – Insgesamt macht der bescheidene Katalog neugierig auf wei-teres Material aus dieser Quelle.
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Felix Karlinger
Michael Faber, Schausteller. Volkskundliche Untersuchung einer reisendenBerufsgruppe im Köln- Bonner Raum(= Rheinisches Archiv. Veröffentlichungendes Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Rheinlande der UniversitätBonn. Gegründet von H. Aubin und Th. Frings, herausgegeben von W. Besch,H. L. Cox und G. Droege, Band 113). Bonn 1981, 308 Seiten und 74 Abbil-dungen.
Dem vorliegenden Band liegt die bei H. L. Cox entstandene Dissertation ,, Schau-steller- Soziokulturelle Daseinsformen einer berufsbedingt mobilen Gruppe. EinBeitrag zur Volkskunde beruflicher Randgruppen auf Grund empirischer Untersu-chungen im Köln- Bonner Raum unter besonderer Berücksichtigung der AspekteMobilität und Wohnen" zugrunde.
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