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88 (1985) / N.S. 39
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Massenproduktion und die daraus entstehenden sozialen Probleme dieses aufstei-genden Industriezweiges führen mitten in die Arbeiterproblematik und das Elendder Heimarbeit, aber auch in die unserem Jahrhundert so vertraute Frage nach denMöglichkeiten der Bedarfsweckung und Absatzsteigerung.

Viele Kriterien lassen die Erzeugnisse der Luxuspapierindustrie als Volkskunstdes Maschinenzeitalters erkennbar werden. Aus der breiten Palette der Papierer-zeugnisse wurden einerseits, um das Thema überschaubar zu halten, andererseits,weil bereits einzelne große Bereiche umfassend bearbeitet sind( etwa die Bildpost-karte), jene Erzeugnisse ausgewählt, die nicht mehr als reines Buntpapier und nochnicht als grafisches Erzeugnis gelten können.

Unter Luxuspapier im engeren Sinne(...) versteht man durch Kolorierenmit Hand, namentlich aber durch lithographischen Farbendruck, fernerdurch Prägen, Ausschlagen(...), Unterkleben, Bestreuen mit Gold-, Silber-oder Glimmerstaub und dergleichen veredelte Papiere bzw. durch diegenannten Mittel erzeugte Luxusgegenstände aus Papier...( Berlin undseine Arbeit, 1898, S. 703).

Papier wird in dieser Verarbeitung nicht nur Träger für Bild, Wort und Ornament,es ist auch Kommunikations- und Andenkenträger, kann Werbeträger oder festlicheStaffage sein, Spielzeug oder Surrogat für teure Materialien oder luxuriös verfeiner-ter Gebrauchsgegenstand.

Besonderes Anliegen der Autorin ist es, öffentliche Museen und Institutionenanzuregen, jene bisher nur vereinzelt gesammelten Massenerzeugnisse in Sammlungund Forschung einzubeziehen. Gleichzeitig soll das Interesse für die Nachfolge-erzeugnisse jener Luxuspapierwaren( Blütezeit zwischen 1870 und 1910) gewecktwerden.

Nach jahrzehntelanger eingehender Beschäftigung mit dem Thema( vergleichedazu die zahlreichen Einzelaufsätze) ist es Christa Pieske gelungen, eine umfassendeDarstellung dieses weitverzweigten Sachgebietes zu präsentieren. Dennoch solltenaus der Reihe jener, die sich einzelnen Teilbereichen und regionalen Erzeugnissendieser Art gewidmet haben, folgende Autoren genannt werden: Wolfgang Brück-ner, Gerhardt Claus, Theo Gantner, Gerhard Kaufmann und Theodor Kohlmann.Reichhaltige Bebilderung des Gesamtbandes und ein qualitätsvoller, repräsentati-ver Farbbildteil lassen die kunsthandwerkliche Güte, die erfindungsreiche Anwen-dung und breite emotionale Palette der Luxuspapierwaren sichtbar werden.

Ulrike Aggermann- Bellenberg

Juliana Dancu

Dumitru Dancu, Hinterglasmalerei in Rumänien(= Rumänische Kunst- und Kulturtradition). Bukarest, Meridiane- Verlag, 1982,179 Seiten, zahlr. Farb- und Schwarzweißfotos.

Georgeta Stoica, Romanian Peasant Houses and Households(= Roma-nian Traditions of Culture and Art). Bukarest, Meridiane- Verlag, 1984, 150 Sei-ten, zahlr. Farb- und Schwarzweißfotos.

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