Führer durch das Museum Tiroler Bauernhöfe. 2. Auflage, überarbeitet und erwei-tert von Heinz Mantl unter Mitarbeit von Helmut Mantl und Ingrid Moser. Textder 1. Auflage von Hans Gschnitzer und Erich Egg. Kramsach, Selbstverlag desMuseums, 1984, 51 Seiten, 74 Abb., 2 Übersichtskarten.
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Im Herbst 1974, vor zehn Jahren, wurde in Anlehnung an Vorbilder in Stübing beiGraz und in Skandinavien der Verein„ Museum Tiroler Bauernhöfe" gegründet.Ziel war und ist es, die bäuerliche Vergangenheit im Rahmen eines Freilichtmu-seums zu dokumentieren und darzustellen. Auf einem Areal von ca. 8 Hektar, öst-lich des Reintaler Sees, nahe an der Landstraße Kramsach- Breitenbach, wird anHand von aus ganz Tirol zusammengetragenen Gebäuden ein Bild der einzelnenKulturlandschaften und ihrer typischen Haus- und Hofformen geschaffen. Bis jetztsind Nord- und Osttirol dokumentiert, die Erweiterung um Höfe aus Südtirol istgeplant. Jedem einzelnen der 13 bereits wiedererrichteten Gebäude( Bauernhof ausder Gemeinde Wildschönau Edinger- Gütl aus Haselbach/ Gemeinde HartSchrofenaste aus Häusling im Zillergrund/ Gemeinde Brandberg Futterstall ausWeiẞach bei Mühltal Kornkasten aus Söll- Badstube aus Oberau/ GemeindeWildschönau- Hauskapelle zu Unterasper/ Fraktion Haus- Bauernhof aus Fließ-Bauernhof aus Inneralpbach- Bauernhaus aus Kartitsch/ Bezirk Lienz- Bauernhofaus Vals im Wipptal- Bauernhof aus Öd am Walchsee- Winterhütte für Holzfälleraus Kramsach) ist eine ausführliche Beschreibung, versehen mit Farbfotos undZeichnungen, gewidmet. Im Anschluß daran werden noch jene 10 Gebäude kurz inWort und Bild vorgestellt, deren Errichtung für die nächste Zeit geplant ist( Bauern-hof aus Gramais, Lechtal- Bauernhof aus Thaur- Stadel aus Hafling bei Meran-Bauernhof aus Längenfeld im Ötztal Tenne aus Söll- Hauning Nagelschmiedeaus Kramsach Hof aus Alpbach Schießstand aus Vill bei Innsbruck- Wirt-schaftsgebäude aus dem Brixental Holzbrücke aus dem Bezirk Landeck). Das
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Museum ist vom 1. Mai bis 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Eva Kausel
Oskar Moser, Materialien zur Geschichte und Typologie der Getrei-dewinde( Kornfege)(= Mitteilungen des Instituts für Gegenwartsvolks-kunde Nr. 13). Wien, Verlag d. Österr. Akademie d. Wissenschaften, 1984, 70 S.und 15 Abb. auf Tafeln.
Nahezu gleichzeitig erschienen zwei wichtige Studien über die Kornfege( in Öster-reich Windmühle, regional auch Putzmühle genannt): Uwe Meiners'„ Die Korn-fege in Mitteleuropa"( vgl. dazu die Besprechung von O. Moser in ÖZV XXXIX/88, S.92 ff.) und die hier anzuzeigende Arbeit von Oskar Moser. Beschäftigt sichMeiners mit der Wort- und Sachkunde dieser frühen landwirtschaftlichen Maschinein ihrer mitteleuropäischen Verbreitung, so greift Moser lediglich die in Süddeutsch-land, in Österreich und der Ostschweiz sowie in den angrenzenden Gebieten üblicheGrundform der Siebgestellfege( der Kastenfege und Windkanalfege als die beidenweiteren Formen gegenüberstehen) heraus. Diese kombinierten Siebgestellfegenmit Einsatzsieben treten in drei Grundtypen( unterschieden nach Art und Zahl derBodenbretter und der Drehung der Aufschüttgosse) mit insgesamt zehn Variantenauf, welche allgemein vorgestellt und von denen sechs in„, Fallstudien“ aus dembayerisch- österreichisch- friaulischen Raum genau beschrieben werden. Moser stellt
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