Volume 
88 (1985) / N.S. 39
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

aktiv einbezogen und konnten die Ausstellung bzw. die Geschichte der dreißigerJahre er- leben. Neben Kindern und Familien, die nur einmal kamen, gab es viele,die uns öfter besuchten. Kinder, die mit ihrer Schulklasse bei uns gewesen waren,kamen im Rahmen des Ferienspiels mit ihren Eltern und Großeltern, um ihnen zuzeigen, was sie hier gesehen und erlebt hatten.

Die Tatsache, daß uns Kinder und Jugendliche oft beim Auf- und Abbauen derAusstellung halfen, spricht dafür, daß sie sich wohl fühlten.

Wertvoll erscheint es uns auch, daß es uns immer wieder gelingt, Zeitzeugen inunsere Arbeit einzubeziehen. Alte Menschen, die durch die Ausstellung an ihreeigene Kindheit und Jugend erinnert werden, erzählen den Kindern Geschichten,bestätigen die Originalität der ausgestellten Fotos und Gegenstände und bringen denKindern alte Spiele bei( Diabolo, verschiedene Varianten von Tempelhüpfen, Rei-fentreiben...).

Die Kinder, die immer wieder selbständig Interviews mit den in den Parks anwe-senden Personen durchführten, erlebten verschiedenste Reaktionen von, darübermöchte ich nicht mehr sprechen, seid froh, daß ihr heute lebt bis hin zu ausführli-chen Schilderungen der Lebenssituation, der Spiele und der Gefühle einzelner.Beide Reaktionen regten die Kinder an, weiteres zu diesem Thema wissen zu wollen.Das Ziel des Projekts, Zeitgeschichte erlebbar zu machen und vielen Kindern,Jugendlichen und Erwachsenen bleibende Eindrücke und Erlebnisse zu verschaffen,ist in der bisherigen Arbeit erreicht worden.

Barbara Eppensteiner

,, Schach auf steirisch",

eine Sonderausstellung im Steirischen Volkskundemuseum in Graz

Im Juli und August fand im Steirischen Volkskundemuseum in Graz eine Sonder-ausstellung aus Anlaß des in Graz tagenden Schach- Weltkongresses statt. Die,, Schach auf steirisch titulierte Ausstellung zeigte Schachspiele und andere Brett-spiele aus öffentlichen und privaten Sammlungen. Prunkvoller Mittelpunkt der ein-drucksvollen Schau waren zwei seltene und besonders originelle Leihgaben aus demBesitz des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, die beide nicht nurin der Steiermark verfertigt worden waren, sondern auch durch die einzelnenSchachfiguren steirisches Volksleben des 19. Jahrhunderts dokumentieren.

Eine der beiden Leihgaben war das bekannte 1898 vom Wildalpener MesnerRupert Grießl geschnitzte und bemalte Schachspiel, dessen schwarze Hauptfigureneine adelige Jagdgesellschaft( angeblich des Grafen Hans Wilczek und seinerGemahlin) zeigen und dessen weiße Hauptfiguren die Wirtsleute von Wildalpen por-trätieren. Die Bauern beider Farben stellen Einheimische dar, die Trachten,Kostüme und Gesten jener Zeit wiedergeben. Wir finden Treiber, Jäger, Musikan-ten mit typischen Volksinstrumenten und Volkstypen Glossary ::: show glossary-entry  Volkstypen als Kirchtagsbesucher undTänzer. Die zweite Wiener Leihgabe ist das Schachspiel des Ausseer Erbpostmei-sters Pollhammer, eine kunstvolle, spätbarocke Arbeit, dessen Bauern Mäher undDrescher in historischer Arbeitstracht darstellen.

Um diese beiden Raritäten herum wurden verschiedene Brettspiele steirischerErzeugung gruppiert, die vor allem die Vielfältigkeit der Gestaltungsmöglichkeiten

261