erhalten. Im Ersten Weltkrieg fühlte ich mich aus Patriotismus verpflichtet, diesesFamilienstück bei einer staatlichen Einlösestelle abzuliefern und den Erlös in Kriegs-anleihe anzulegen!
Als IX: Noch sind Ringe zu erwähnen, die zwar nicht am Finger zu tragen waren,dennoch aber mit unserem Thema einigermaßen zusammenhängen. Im Jahr 1950wurde Hall kanalisiert. Im einstigen Stadtgraben am Unteren Stadtplatz fanden sichallerlei kleine Metallgegenstände. Man hatte ihn in Maximilianischer Zeit zuge-schüttet und beliebigen Schutt hineingeworfen, darunter auch Schlacken vom Brandeines Nebenbetriebes der Haller Münze in der Karwoche des Jahres 1509. Auch zumEinschmelzen bestimmtes Material kam zum Vorschein: Neben ausgemustertenKleinmünzen unter anderem auch das Fragment eines schmalen Ringleins, dann eindicker Messingreif mit 35 mm Durchmesser. Solche Ringe verwendeten die Münzer;sie steckten ausgeprägte Geldstücke durch, um ihre Größe zu prüfen.
Schließlich sei ein in Innsbruck erworbener mittelalterlicher Doppelring aus brau-ner Bronze erwähnt. Ich ließ es mir von Fachkundigen erklären: Vom Gießer warein besonderes Geschick verlangt, um die Formen so ineinanderzulegen, daß dieReifen sich kreuzten und ohne jedes Löten zusammenhingen. Ein solcher Doppel-ring galt als Symbol unauflöslicher Verbundenheit. Damit sind wir zum Ausgangs-punkt zurückgekommen: der Ring, ein Kreis, ohne Anfang, ohne Ende, ein Sinnbildder Ewigkeit!Hans Hochenegg
,,... aber zu Hause haben wir kein Museum..."
Bericht über den Museumsbus der Initiative für Kulturpädagogik
( mit 2 Abbildungen)
Ein kalter regnerischer Sommertag. Zwei Kinder besuchen gemeinsam mit ihrerMutter den Museumsbus. Nach einiger Zeit drängt die Mutter, nach Hause zugehen. Die Kinder wollen noch bleiben, es sei so schön warm hier.„ Zu Hause ist esdoch auch warm", antwortet die Mutter. ,, Ja, warm schon, aber zu Hause haben wirkein Museum."
.Rückblicke“- Als unsere Großeltern noch jung waren
Die erste Museumsbusausstellung in Zusammenarbeit mit dem ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde.
Am 23. Mai d. J. wurde im Schönbornpark, vor dem Österreichischen Museumfür Volkskunde, der„ Museumsbus" der Initiative für Kulturpädagogik der Öffent-lichkeit vorgestellt. Im folgenden sollen Idee, Konzept und Durchführung erläutertsowie an Hand von konkreten Beispielen ein Einblick in die Arbeitsweise der Initia-tive für Kulturpädagogik gegeben werden.
Das Konzept Museumsbus
,, Die Ausstellung kommt zu den Besuchern"- ein wichtiger Aspekt der Idee istdie Mobilität, durch die Besucherschichten angesprochen werden können, denenstationäre Ausstellungen in bestehenden Museen aus verschiedenen Gründen nichtzugänglich sind.
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