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88 (1985) / N.S. 39
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Elly Koch, Schweizer Kreuzstichmuster 2. Alte Stickereien aus Graubün-den. Rosenheimer Verlagshaus, 1984, 124 Seiten, zahlreiche, zum Teil farbigeAbb. und Mustervorlagen.

Volker Hänsel, Elisabeth Schneider, Sepp Walter, Kreuzstichmuster aus derSammlung des Landschaftsmuseums Schloß Trautenfels. Teil 1(= Kleine Schriften des Landschaftsmuseums Schloß Trautenfels am Steiermärki-schen Landesmuseum Joanneum, Heft 4). Verlegt durch den Arbeitskreis fürHeimatpflege, Liezen 1983, 72 Seiten, zahlreiche Abb. und Mustervorlagen.In der Reihe ,, Rosenheimer Raritäten" gibt das Rosenheimer Verlagshaus AlfredFörg seit Jahren zahlreiche Handarbeitsbücher heraus, die als Anregung für all jene,welche selbst handarbeitend tätig werden wollen, gedacht sind. Der Wunsch, mit,, Spitzendeckchen gegen die Plastikkultur" zu Felde zu ziehen und mit, Stickmuster-tüchern die Behaglichkeit der Zeit des Biedermeiers wieder heraufzubeschwören,wie es in einem Verlagsprospekt für die Rosenheimer Handarbeitsbücher zu lesenist, scheint genügend stark zu sein und die Nachfrage nach einschlägigen Titeln genü-gend groß, um für den Verlag die Herausgabe mehrerer Musterbücher pro Jahr zurechtfertigen. Auch die gut besuchten Veranstaltungsabende der im Vorjahr vonFrau Dr. Clara Prickler ins Leben gerufenen Trachtenberatungsstelle des Burgen-ländischen Heimatwerkes in Eisenstadt, signalisieren den steigenden Handarbeits-trend und die Nachfrage nach traditionellen Vorlagen. Diesen Wünschen kommenauch Publikationen, wie die Veröffentlichung von vierzehn ausgewählten Hand-arbeiten in Kreuzstichmuster aus der Sammlung des Landschaftsmuseums SchloßTrautenfels, entgegen, welche volkstümliche Stickereien aus dem Ennstal und demsteirischen Salzkammergut vorstellt und Anleitungen zum Nacharbeiten enthält.

Die durchwegs sehr schön gestalteten Handarbeitsbücher des Rosenheimer Ver-lages ähneln einander in der Ausstattung, welche einerseits aus guten Farb- oderSchwarzweißabbildungen besteht und andererseits in klaren, ganzseitigen Muster-zeichnungen der abgebildeten Motive. Qualitätsunterschiede bestehen allerdings inden erläuternden Begleittexten. In den beiden Bänden der Schweizer Kreuzstich-muster hat sich Elly Koch darauf beschränkt, in wenigen einleitenden Sätzen Her-kunft, Motive, Stickart, Farbzusammenstellung und Verwendungszweck derbestickten Stücke mehr anzudeuten als zu erläutern. Erfreulich für den Sammler undMuseologen ist dafür aber die Tatsache, daß die Herkunft jedes einzelnen Motivsvermerkt ist und, soweit bekannt, auch mit Datierung versehen.

Wesentlich höheren Ansprüchen genügen die beiden Bücher von Irmgard Gierl,welche neben den praktischen Anleitungen zum Nachsticken auch detaillierte undkenntnisreiche Nachforschungen zu Entstehung und Herkunft der abgebildetenMuster enthalten. Das Buch über Stick- und Webmuster des Frühbarock beschäftigtsich nach einer Einleitung über die Verarbeitung von Flachs und Wolle seit der Erfin-dung der Webkunst mit einer Reihe von Webmustern aus dem 16. und 17. Jahrhun-dert, welche im Museum zu Steyr zum Vorschein kamen, und im Anschluß mit derGeschichte von Hungertüchern des Münsterlandes. Nach einer vorzüglichenAbhandlung über Herkunft und Entstehung eines dieser Fastentücher und Erläute-rungen zur Motivik schließt sich eine Reihe von Musterzeichnungen nach dengenannten Vorlagen an.

Den Festen im Lebens- und Jahreskreis ist das 1984 erschienene Buch von IrmgardGierl, Festliche Stickereien in Kreuzstich, gewidmet. Auch dieses Buch ist gediegen

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