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88 (1985) / N.S. 39
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L. Tarcalová- Mährisch- Slowakisches Museum in Uherské Hradiště, S. ŠvehlákFilminstitut Preẞburg, A. Pranda() Institut für Volkskunde Preßburg u. a.

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Leider kann dieses bemerkenswerte Periodikum( es erscheint 4mal im Jahr) derSprache wegen von den deutschsprachigen Kollegen nicht voll geschätzt werden,wenn wir offen sind, fast gar nicht, da lediglich die Rubriken Abhandlungen und Portraits eine deutsche Zusammenfassung aufweisen. So entgehen zum Nachteilvon beiden Seiten manche wichtige Themen und Informationen der Aufmerksam-keit der internationalen Volkskunde. Es wäre an der Zeit, sich zu überlegen, wieman dieses Sprach- und Kommunikationsproblem überwinden könnte.Vera Mayer

Wilhelm Filla, Ludwig Flaschberger, Franz Pachner, Albert F. Reiterer, AmRande Österreichs. Ein Beitrag zur Soziologie der österreichischen Volks-gruppen. Wien, Braumüller, 1982, 126 Seiten, 5 Tabellen.

In den letzten Jahren zeigte sich verstärkt das Bemühen nichtkonservativer"Kreise um ein neues Verhältnis zum Begriff Heimat, eine Suche nach kleinräumi-gen Orientierungen und die Neubewertung traditioneller Verhaltensmuster als Mög-lichkeit der Identifikation in einer immer unüberschaubareren und scheinbar kontur-loseren Welt. Neben verschiedenen Publikationen zu einem neuen Heimatbegriffsind es auch die Minderheiten, die ihr Selbstverständnis in verstärktem Maße zu for-mulieren und zu manifestieren versuchen.

Vorliegender Band entstand aus einem Projekt des Jubiläumsfonds der Oester-reichischen Nationalbank und behandelt die Gruppen der Slowenen in Kärnten so-wie der Kroaten und Ungarn im Burgenland. Zu Beginn wird die historische Ent-wicklung dieser nationalen Minderheiten dargestellt, wobei ein Kapitel zur Proble-matik von Nationalbewußtsein und Geschichte vorausgeschickt wird, das sich anHand der Kärntner Slowenen mit der politischen Funktion von Geschichtsschrei-bung auseinandersetzt. Die alltägliche Situation der untersuchten Gruppen wirdim Kapitel Empirische Befunde" untersucht. Zu diesem Zweck fragte das Autoren-team mittels Fragebögen nach kulturellen Aktivitäten( noch ausgeübte Bräuche,Volkstänze, Liedgut, Festformen, ähnliche kulturelle/ folkloristische Äußerungen),dem Gebrauch der Sprache, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Organisa-tionen, nach der Einschätzung der Zukunftsaussichten für die Minderheit sowie nachaktuellen und individuellen Konfliktfällen. Befragt wurden Personen, die sich dezi-diert zu einer der Minderheiten bekannten, wie auch Assimilanten. Ergänzt wurdedieses Material durch verschiedene, zum Teil noch unveröffentlichte Studien undempirische Erkenntnisse. Wichtigstes Identifikationsmerkmal scheint danach dieSprache zu sein. Während den Kärntner Slowenen durch die immer wieder eskalie-renden Konflikte mit der deutschsprachigen Kärntner Bevölkerung( Ortstafelstreit,gemischtsprachige Schulen usw.) mehr politische und auch wissenschaftlicheAufmerksamkeit zuteil wurde, kam den burgenländischen Minderheiten auf Grundder konfliktarmen geschichtlichen Entwicklung, die auch heute das Zusammenlebenmit der deutschsprachigen Mehrheit auszeichnet, weitaus geringeres Interesse entge-gen. Das 450- Jahr- Jubiläum der Kroaten im vergangenen Jahr führte durch Veran-staltungen und eine Ausstellung des Burgenländischen Landesarchivs( vgl. Ausstel-lungsbericht von Felix Tobler, in: ÖZV XXXIX/ 88, 1985, S. 69 f.) allerdings zueiner Aufarbeitung der Geschichte und der gegenwärtigen Stellung dieser Gruppeim heutigen Burgenland. Bei den burgenländischen Kroaten fällt auf Grund von

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