Westpeloponnes( S. 253-285), die„ Miszellen"( S. 286-310) mit Entgegnungen,Nekrologen, Ankündigungen usw., der Besprechungsteil( S. 311-333, wiederrezensiert ausschließlich der Herausgeber, mit einer ausführlichen Besprechung vonS. Baud- Bovys, La chanson populaire du Dodécanèse, Paris, 1936) sowie die Listeder eingegangenen Bücher( S. 334-336).
Das dritte Heft, erst nach dem Krieg erschienen, bringt eine Trachtenstudie( S. 337-349), eine Liedsammlung von der Parnaẞgegend( S. 350-377), eine Lied-und Märchensammlung aus Chalkidiki( S. 378-385), eine Studie zur Feldwirtschaftder Thraker( S. 386-416), ein Zeugnis ekstatischen religiösen Tanzes in einer klein-asiatischen orthodoxen Kirche( S. 417-421, dies in bezug auf die damals geradebekanntgewordenen„ Anastenaria"), ein historisches Lied( S. 422-428), eineGeheimsprache aus Siatista( S. 429-447), aus Blatsi( S. 448-458), Stickereien ausKaputzida( S. 459-464), eine Rede des Herausgebers über die griechische Volks-dichtung und die Geschichte des Griechentums( S. 465-502), seine bekannte Studiezu den Symbolen in der neugriechischen Volkskunde( S. 503-546), letztlich eineausführliche Studie des Kunsthistorikers A. Xyngopulos zum Palast des DigenisAkritas( S. 547-588). Es folgen die„ Miszellen“( S. 589-608), der Besprechungs-teil( S. 609-625) und die Liste der eingesandten Bücher( S. 626 f.).
Beide Bände zusammen ergeben das Bild der thematischen, methodischen undideologischen Kontinuität des Periodikums unter der Redaktion von St. Kyriakidisin seinem Übergang von Nik. Politis zu G. Megas, die im wesentlichen der deutschenVolkskunde der Zwischenkriegszeit verpflichtet ist. Wirklich neue methodischeAnsätze tauchen dann erst zu Beginn der siebziger Jahre mit den programmatischenArtikeln von M. Meraklis zu Stadtvolkskunde, Folklorismus, Mensch und Maschine,volkskundliche Theorie usw. auf. Es ist sicher ein großes Verdienst der griechischenvolkskundlichen Gesellschaft, beide Bände einem interessierten Publikum wiederzugänglich gemacht zu haben.
Walter Puchner
Národopisné aktuality/ Aktuelles aus der Volkskunde, Jahrgänge XVIII( 1981) bisXXI( 1984). Institut für Volkskunst, Strážnice, Tschechoslowakei.
Zu einem der wichtigsten Zentren der tschechoslowakischen volkskundlichenArbeit gehört das Städtchen Strážnice in Südostmähren. Diese für eine Provinzstadtim ersten Moment überraschende Feststellung ist berechtigt. Im Jahre 1956 wurdehier, inmitten einer Region mit traditionsreicher Volkskultur( Mährisch- Slowakei)das Regionalzentrum für Volkskultur gegründet, das sich zum heutigen Institut fürVolkskunst entwickelte.
Abgesehen von der rein wissenschaftlichen Forschung und Dokumentation derVolkskultur und der reichen Sammel- und Ausstellungstätigkeit sowie der Veran-staltung von Tagungen und Seminaren ist dieses Institut nicht nur der Veranstalterdes ,, Internationalen Folklorefestivals", das in diesem Jahr schon zum vierzigstenMal stattfindet, sondern auch Koordinator und methodischer Berater regionaler Fol-klorefestivals. Weiters wurde im Jahre 1981 in Strážnice der erste Teil des Freilicht-museums eröffnet, welches zur Zeit mit der beträchtlichen Anzahl von rund 70 Bau-ten die volkstümliche südostmährische Baulandschaft dokumentiert.
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