Volume 
88 (1985) / N.S. 39
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Das Rahmenprogramm der Tagung umfaßte, von Herbert Hrachovec ausgewähltund kommentiert, die vier Jugendfilme Stranger than Paradise", UhrwerkOrange, Der Klassenfeind und Flashdance", wobei das Interesse der einheimi-schen Bevölkerung an den öffentlichen Aufführungen auffallend gering war. AmDonnerstag war in den Mittagsstunden der vom Österreichischen Museum fürVolkskunde betreute Museumsbus mit einer Ausstellung zur Geschichte der Kind-heit in den zwanziger und dreißiger Jahren zu sehen, und im Institut für Gegenwarts-volkskunde wurde eine Ausstellung über Jugendkultur eröffnet; im Foyer des Kul-turzentrums war während des ganzen Symposiums eine Ausstellung über das FachVolkskunde an der Universität Graz zu sehen.

Obwohl das Programm dieses Symposiums überaus reichhaltig war, waren sichalle Teilnehmer einig, daß die Veranstaltung nur ein Anstoß zu einer intensiverenBeschäftigung mit dem Thema Jugendkultur gewesen sein konnte, das in Zukunftauch die Volkskunde stärker zu interessieren haben wird.

Burkhard Pöttler

Bericht über das Symposium ,, Mode, Tracht, regionale Identitätvom 28. Februar bis 3. März 1985 in Cloppenburg

Der historischen Kleiderforschung, dem kulturgeschichtlich so interessanten undbedeutsamen Thema aus der Trias der menschlichen Grundbedürfnisse Wohnen,Essen und Kleiden, war vom 28. Februar bis 3. März 1985 ein internationales undinterdisziplinäres Symposium unter dem Titel, Mode, Tracht, regionale Identitätin Cloppenburg in Niedersachsen gewidmet. Die Tagung, an der Volkskundler undHistoriker aus der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz, Österreich, Finnland,Norwegen, den Niederlanden und Polen teilnahmen, wurde vom NiedersächsischenFreilichtmuseum Museumsdorf Cloppenburg, vom Seminar für Volkskunde derUniversität Göttingen und vom Institut für historische und geographische Regional-forschung veranstaltet. Die Erwartungen der Veranstalter gingen dahin, durch denAustausch von Forschungsergebnissen der gegenwärtigen volkskundlichen Klei-dungsforschung nicht nur innerhalb des eigenen Faches, sondern auch im Dialog mitanderen historischen Wissenschaftsdisziplinen neue Forschungsansätze, Fragestel-lungen und Motivationen für weitere Untersuchungen auf diesem weiten For-schungsfeld zu gewinnen.

In den Vorträgen und Diskussionen wurden die unterschiedlichsten Fragen undThemenbereiche angeschnitten: Tracht im Zusammenhang mit der Folklorismusdis-kussion, Tracht in der Werbung, Tracht als Zeichen, Tracht als museale Realie, Trachtim Zusammenhang des Getragenwerdens, Tracht und ihre ideologischen Implikatio-nen, Tracht als Ware, Tracht als Rechtsobjekt, Tracht als Identitätsausweis, um nureinige zu nennen. Die thematische Melange der Vorträge, angelegt zwischen theore-tischen Ansätzen und praktischen Detailstudien einerseits und historischen Themenund gegenwärtigen wie gegenwartsbezogenen Untersuchungen anderseits, ist imgroßen und ganzen als gelungen zu bezeichnen. Neben theoretischen Ansätzen-von seiten der Volkskunde vorzüglich dargelegt durch Wolfgang Brückner, aus derSicht der Geschichtswissenschaft ebenso eindrucksvoll beleuchtet von dem Histori-ker Ernst Hinrichs aus Oldenburg wurden praktische Detailstudien vorgestellt,

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von denen die Ausführungen von Christine Burckhardt- Seebass über schweize-

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