Mitteilungen
Die Vornamen der Studenten der Karl- Franzens- Universität Graz*)
Von Hermann Haupt')
1. Einleitung
Alljährlich erscheint im Verlag G. Fromme& Co., Wien, der Musterkalen-der, ein 36 Seiten starkes Heft, dem die meisten österreichischen Kalenderfirmenund-fabriken die Unterlagen für ihre Kalender entnehmen. Als Herausgeber diesesKalenders bin ich nicht nur mit dem astronomischen Teil des Werkes befaßt, wiez. B. mit den Sichtbarkeitsdaten von Sonne, Mond und Planeten, den Finsternissen,Jahreszeiten usw., sondern natürlich auch mit allen anderen Kalenderfragen, alsodem Verzeichnen der Sonn- und staatlichen Feiertage sowie der Feste der verschie-denen Religionsgemeinschaften. In Zusammenarbeit mit dem Verlag bin ich insbe-sondere für die Namenstage im Kalender verantwortlich und dadurch immer wiedermit der kritischen Frage konfrontiert, welche Namen in den Musterkalender über-haupt aufgenommen werden sollen. Dazu möchte ich folgende Bemerkung voraus-schicken:
Der Musterkalender, den es schon seit 1870 gibt( in der heutigen Form seit 1916),hatte ursprünglich im Datumsteil fünf Spalten für die großen Religionsgemeinschaf-ten der Monarchie: Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, Juden und Mohammeda-ner Glossary ::: show glossary-entry ner.²) In den Spalten für Katholiken, Protestanten und Orthodoxe standen die gängi-gen Namenstage nach den alten kirchlichen Regeln( im orthodoxen Bereich nachdem Julianischen Kalender). Das änderte sich vor rund 20 Jahren: Die wichtigstenKalenderdaten und Feste des orthodoxen, jüdischen und islamischen Kalenders wur-den auszugsweise und in kompakter Form in eigenen Tabellen untergebracht, weildie betreffenden Religionsgemeinschaften an einer Aufrechterhaltung des
*) Herrn em. o. Univ.- Prof. Dr. phil. habil. Joseph Meurers zum 75. Geburtstaggewidmet.
¹) Der Autor, Univ.- Prof. Dr. phil. Hermann Haupt, ist Ordinarius für Astrono-mie an der Karl- Franzens- Universität Graz.
2) Es sei gestattet, die Religionsbekenntnisse hier in dieser nicht ganz exakten
Kurzform zu bezeichnen.
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