Jahrgang 
88 (1985) / N.S. 39
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Jugendlicher zur nächsten weiter. Das hat Folgen für die Stilana-lyse.

Begriffe wie Bricolage und objektive Möglichkeit"( unddamit auch Homologie) sind nicht mehr anwendbar, dafür aber,, Tradition". Damit geraten auch Tradierung und Vermittlungins Blickfeld, wobei Tradierung" die Innenseite des Prozesses,,, Vermittlung seine Außenseite beschreiben soll. Angesichts desrigiden Einhaltens von Form- und Verhaltensregeln über knapp 30Jahre hinweg, scheint es sich bei der Tradierung des Rockerstils umeinen differenzierten, von Machtstrukturen garantierten Vorgangzu handeln, der zudem ohne dichtes kommunikatives Netz zwi-schen den einzelnen lokalen Gruppierungen dieser Subkultur nichtzur ziemlich einheitlichen Selbstdarstellung der Rocker geführthaben könnte. Auf der anderen Seite müssen genauso dauerhaftesoziale Gegebenheiten dafür sorgen, daß der Nachwuchs fürdiese Subkultur nicht ausbleibt. Es gibt anscheinend stets Jugendli-che in bestimmten Lebenslagen, für die Rockersein erstrebens-wert erscheint¹²) was bereits ein gesellschaftlich vermitteltes Bilddes Rockers voraussetzte, mit dem sich Jugendliche identifizierenkönnen.

Die kontinuierliche Präsenz des Rockerstils läßt sich möglicher-weise noch recht gut aus der Konstruktion des Stils selbst erklären.Größere Deutungsprobleme werfen die Revival"-Stile auf, solchealso, die nach einer Virulenzphase von größeren oder kleinerenAusmaßen wieder verschwunden waren( oder nur bei einigen Neu-rotikern weiterkümmerten), die aber unversehens wieder von zahl-reichen Jugendlichen aufgegriffen und, zumindest in der Freizeit,gepflegt werden. Es liegt auf der Hand, daß auch diese Art Stil nichtmehr mit Hilfe des begrifflichen Apparates von Bricolage und,, Homologie" interpretiert werden kann, sondern nur noch untermassiver Berücksichtigung der Vermittlungsfaktoren. Seit Jugend-stile Gegenstände des Interesses für Wissenschaft und Medien sind,wachsen Jugendliche mit dem Wissen um Stile auf, d. h. Stile sindimmer weniger ein genuines Stück( Sub-) Kultur von Jugendlichen,sondern ein Stück Kultur für die Jugend. Die ganze Skala derJugendstile seit 1955 befindet sich im Angebot der herrschendenKultur die Jugendkulturen der Vergangenheit sind Teil derobjektiven Kultur der Gegenwart. 43)

Damit sind die Instanzen, in denen die Zeichen der jugendlichenSubkulturen aufgehoben werden, benannt; es sind die Bild- und

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