Die Bastler
Terminologische Anmerkungenzur Kreativität in der Jugendkultur
Von Wolf- Dieter Könenkamp
Als Rolf Lindner 1979 in seinem Editorial zu John Clarkes,, Jugendkultur als Widerstand" ¹) den Satz„ Das Phänomen Jugendhat wieder Konjunktur" niederschrieb, dürfte er sich kaum vorge-stellt haben, wie bald diese ahnungsvolle Aussage von einer über-schäumenden Realität überholt werden würde bis hin zur volun-taristischen Setzung eines internationalen„ Jahres der Jugend"1985. Das Thema ist schon lange aktuell, das heißt besonders: Es istin den Medien präsent. Diese Präsenz ist in zweierlei Hinsichtbemerkenswert. Einmal wird nicht„ Jugend“ gezeigt, sondern nurbestimmte, auffällige Teilerscheinungen, die( subkulturellen)Jugendstile²), zum andern besitzt( oder besaß doch wenigstens) dieMedienpräsenz auch ein Stück Initiativfunktion für Jugendfor-schung hierzulande, also wiederum für die Beschäftigung mit denJugendstilen.³) Das ohne Frage herausragende Ereignis in diesemZusammenhang war das Erscheinen der„ Shell- Jugendstudie'81“,die sich diesen Stilen und ihrer Bedeutung in Deskription und Ana-lyse über weite Strecken widmete, rasch und umfassend rezipiertwurde und unfreiwillig, aber unvermeidbar der spiralförmigenAbfolge von Medienrelevanz und Forscheraufmerksamkeit eineneue Drehung hinzufügte.4)
Für die Jugendlichen selbst, auch das zeigt die Studie„, Jugend'81", bedeutet die Medienpräsenz der Stile immerhin einen Anlaßzu Selbstreflexion und Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur,obwohl nur eine Minderheit von ihnen aktiv an Stilen teilnimmt. Ineiner Titelgeschichte des„ Spiegel", mit dem etwas verspätet
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