Volume 
88 (1985) / N.S. 39
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

lungen, 61-72) und Walter Filz mit dem literarischen Aspekt( Ameisenpyramideund Pfad im Gras- Die Lebensalter in der Literatur", 93-100) beschäftigen.

Besonderes Interesse verdient aber der Bericht im Anhang über einen museums-pädagogischen Versuch, der in Zusammenarbeit mit Schulen zum Thema Wiesehen Jugendliche das Bild von der, Lebenstreppe"?" duchgeführt wurde, auf den ichnoch näher eingehen möchte.- Gemeinsam mit Lehrern und Schülern wurden beidiesem Projekt verschiedene Zugänge zum Problem der Lebensstationen, dereinzelnen Abschnitte im Leben der Menschen, gesucht. Dies geschah zum einen imKunstunterricht durch die Anfertigung von Zeichnungen, Collagen und Masken,zum anderen durch Aufsätze im Rahmen der Deutschstunden( Zukunftserwar-tungen, Lebensläufe) bzw. durch die Erarbeitung von Pantomimen und Schatten-spielen. Das Museum selbst veranstaltete mit großem Erfolg eine Aktionswoche( ,, Osterferien im Museum") in der die Kinder( 10 bis 14 Jahre) verschiedentlichaktiviert wurden. Abschluß der Aktion bildete eine Exkursion nach Amsterdam indas Stadthistorische Museum und in eine Privatsammlung, wobei das Gesehenenachher in Form einer Moritat über den Lebenslauf einer fiktiven Person im Hollanddes 17. Jahrhunderts aufgearbeitet wurde. Eine derartige Aktion setzt nicht nurgroßen Einsatz und Engagement aller oder doch einiger Museumsmitarbeiter voraus( in diesem Fall Peter Joerißen und Cornelia Will), sondern natürlich auch diefinanziellen und räumlichen Möglichkeiten zur Durchführung. Trotzdem zeigen dieErfolge solcher Aktivitäten, wie auch von Kinderführungen, Ferienspielen usw.-wie etwa auch wiederholte Erfahrungen im Österreichischen Museum für Volks-kunde beweisen-, daß Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene zusätzlich moti-viert werden können, daß ein Museumsbesuch durchaus ein neuartiges Erlebnis seinkann. Günstig wirkte sich in diesem Fall auch die intensive Mitarbeit der Lehrer aus,die Anregungen sowohl aufnahmen als auch vermittelten und damit einen Beitragleisteten, ein eher konventionell anmutendes Thema wie die Lebenstreppe durchdiese Art der Aufarbeitung in einen lebendigen Bezug zur Gegenwart zu stellen.

Eva Kausel

Elisa zu Freudenberg, Altes Zinn aus Niederbayern( Niederbayern- Landund Leute, hrsg. von Fritz Markmiller). Regensburg, Verlag Friedrich Pustet,1982 und 1983, Band I: 263 Seiten; Band II: 271 Seiten( Fotos: Wolfram zuMondfeld).

Während sich die Zinnforschung zur Jahrhundertwende darum bemühte, Entste-hung und Entwicklung des Edelzinns aufzuklären, hat im 20. Jahrhundert die syste-matische Erfassung des weitverzweigten historischen Materials über das Handwerkbegonnen. Die sieben Bände von Erwin Hintze über die deutschen Zinngießer undihre Marken( unter Einschluß von Elsaß, Österreich, der Schweiz und Ungarn) sindhier an erster Stelle zu nennen. In den letzten Jahren ist ein steigendes Interesse anden Formen des Gebrauchszinns festzustellen. Die Publikation von Dieter Nadolski( Leipzig bzw. Gütersloh, 1983) ist eine wichtige Grundlage. Mehrere rheinischeMuseen haben sich 1984/85 zu einer Ausstellung Zinn im Alltag" mit entsprechen-dem Katalog der Bestände des Städtischen Kramer- Museums in Kempen zusam-mengeschlossen. In Österreich versuchte das Museum für angewandte Kunst mitdem ,, Barockzinn" auf der Riegersburg( Waldviertel) Ähnliches.

95