einige zu nennen. Auch die Ostkirche macht sich bemerkbar; so taucht immer wiederder Einsiedler Onuphrius auf, oft in ausgehöhlten Baumstämmen sitzend.
Daẞ marianische Darstellungen aller Art unglaublich zahlreich sind, wird wohlniemanden verwundern. Eine sei wegen ihrer Rarität und soziologischen Aussageangeführt: Maria mit dem Kind, adoriert von einem Edelmann und einem Bauern,was jedem Kenner der Materie und Geschichte- sowie dem Trachten- und Kostüm-kundler einiges zu sagen hat.
Alles in allem: Wir besitzen mit dieser Neuerscheinung ein wertvolles Werk, dasbei Überwindung der Sprachbarriere für den Bildstock- und Flurdenkmalforscherzeigen kann, wie wichtig und ertragreich eine systematische, akribische Regionalun-tersuchung zu sein vermag- was einfach nicht oft genug betont werden kann.
Emil Schneeweis
Uwe Meiners, Die Kornfege in Mitteleuropa. Wort- und Sachkundliche Stu-dien zur Geschichte einer frühen landwirtschaftlichen Maschine(= Beitr. z.Volkskultur in Nordwestdeutschland, Heft 28). Münster, F. Coppenrath Verlag,1983, 481 Seiten, 90 Abb.( Fotos, Reproduktionen, Zeichnungen), 5 Textkartenund V Karten( nach dem ADV) im Anhang.
Den quellenmäßigen und thematischen Dispositionen dieser grundlegendenUntersuchung von Uwe Meiners( Münster/ Westf.) über„ Die Kornfege in Mittel-europa" ist bereits in den Jahren 1976 bis 1984, das heißt, vor deren tatsächlichemErscheinen, eine rege Fachdiskussion vorangegangen. Ihr ging es um die bislangimmer noch ungeklärten Fragen der Herkunft und der geschichtlichen Verbreitungs-wege dieser wichtigen landwirtschaftlichen Maschine in Europa bzw. in Mittel-europa. Dabei wurde aus Schweden, Belgien, Nordwestdeutschland, Österreich undnicht zuletzt auch aus Bayern vielfach neues Quellenmaterial aufgebracht, das imBuch von U. Meiners infolge der völlig getrennten Erscheinungsweise desselbenjedoch nur begrenzt berücksichtigt werden konnte. Man wird das in Anbetracht derBreite und Gründlichkeit der Arbeit von Meiners besonders bedauern, andererseitsaber gerade daraus die Erwartung ableiten dürfen, daß die Erforschung dieses für dieeuropäische Landwirtschaft zweifellos wichtigen, bisher aber nur wenig beachtetenGroßgerätes auch weiterhin so tatkräftig und möglichst auch in anderen LändernEuropas vorangetrieben wird.
Das Buch von Meiners gliedert sich in einen„ sachgeschichtlichen“ und einen,, wortgeographischen und wortgeschichtlichen“ Hauptteil. Es ging im Ansatz alsovom Fragenbereich ,, Wörter und Sachen“ aus, der ja neuerdings von Ruth Schmidt-Wiegand( Münster/ Westf.) sprachwissenschaftlich nach möglichen neuen Aspektenüberprüft worden ist.*) Die Quellengrundlage bildeten dafür die Nacherhebungendes ADV aus dem Anfang der sechziger Jahre, denen der Verfasser freilich um-fassende Eigenerhebungen folgen ließ, so daß sich zumindest für den deutschspra-
*) Vgl. dazu Ruth Schmidt- Wiegand, Neue Ansätze im Bereich ,, Wörter undSachen“. In: Geschichte der Alltagskultur, hrsg. v. Günter Wiegelmann(= Beitr. z.Volkskultur in Nordwestdeutschland, Heft 21), Münster 1980, S. 87-102.
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