Steinplatteldeckungen. Nr. 263-3 wäre in Niederösterreich eine ganz üblicheForm, also immer möglichst weitreichende ,, Vergleichende Bildstockforschung",bitte!
Richtig, wenn auch schmerzlich, ist die Feststellung, daß bezüglich der Ikonogra-phie ein erschreckendes Unwissen herrscht- ich beabsichtige demnächst darüber zuschreiben. Besonders hart ist diese Ignoranz dort, wo einmal Zyklen von Bildern vor-handen waren.
Zu der auf Bild 243-6 gezeigten Form gibt es sehr wohl Pendants! Interessant sinddie Erwägungen zu den„, Weißen Kreuzen“( S. XXXI). Der Ausdruck„ Zweigestri-chenes Kreuz" für ein solches mit zwei Querbalken dünkt unglücklich.- Sehrbrauchbar sind die Orientierungshilfen, wertvoll die Anmerkungen zur Wallfahrts-volkskunde( S. XXXXIV). Die Verfasser beweisen überhaupt, daß sie eine guteHand zur Befragung von Gewährspersonen haben.
Nun ganz kurz zum Bildteil an sich: Die Abbildungen( Zeichnungen nach fotogra-fischen Aufnahmen) sind gut und instruktiv. Ein Mißverständnis: In Abb. 154-3heißt es ,, Fig. in der Hölle"; sind es nicht Arme Seelen im Fegefeuer?
Weh tut die Schreibung„ Prixius“( 1-3) statt Brictius; wenn dies aber ein„, Carin-thismus“ ist, erklären wir uns geschlagen. Bei den Abkürzungen vermiẞt man F( Fatima?), kl, skl( klein, sehr klein?);„, 3- Faltikt." erscheint ungünstig, warum nichtdas gängige„, Dreif." nehmen?
Für den alttestamentlich Interessierten ist das Auftauchen des Dulders Job( Hijob, Ijob) erfreulich; hat er dort irgendwie mit der Bienenzucht zu tun?
Wenn man schon Ikonographie angibt, sollte dies zweifelsfrei geschehen: Pauluskönnte doch immerhin der Apostelfürst oder der Eremit sein( 10-1); Therese- vonAvila oder Lisieux( 27-2; 200-2)? Die Kombination Dominicus und Scholastica wäreselten, aber natürlich möglich( 17-3); zu erwarten wären Benedictus und Scholastica.Genug damit! Alles in allem: wir haben eine großartige Leistung vor uns, zum prak-tischen Gebrauch, zu Nutz und Frommen der„ Vergleichenden Bildstockfor-schung". Dafür auch meinen persönlichen Dank im Namen aller Interessierten undNutznießer dieses schönen Werkes!
Emil Schneeweis
Ks. Jan Rzepa( Red.), Kapliczki, figury i krzyże przydrożne na tereniediecezji Tarnowskiej. Schematyzm diecezji Tarnowskiej 1983. Nakłademkurii diecezalnej w Tarnowie.
( Hw. Jan Rzepa[ Red.], Bildstöcke, Plastiken und Wegkreuze auf dem Gebiet derDiözese Tarnów. Schematismus der Diözese Tarnów 1983. Verlag der Diözesan-kurie Tarnów, 1 Band Text mit XXII+ 789 Seiten, 1 Band mit 1477 Abb. aufunpaginierten Seiten+ XXI Seiten Text.)
Wir verdanken diese wahrhaft monumentale Bereicherung der Flurdenkmallite-ratur einer Spende meiner verehrten Cousine Dr. Anna Kunczyńska- Iracka, die mitvollem Recht in Bibliographie und Text aufscheint, da sie als mit der Volkskundebefaßte Kunsthistorikerin maßgebend daran mitgewirkt hat. Herzlichen Dank für
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