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88 (1985) / N.S. 39
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Dem Typus nach ist die Ausstellung als kulturhistorische Ausstellung zu bezeich-nen, wobei aber auch die gegenwärtigen Probleme der Volksgruppe nicht verschwie-gen werden. Die Ausstellung, die im wesentlichen 70 Schautafeln( in der Größe von90 x 90 cm) umfaßt, behandelt zunächst die Ursachen der Auswanderung aus denkroatischen Ländern im 16. Jahrhundert, nämlich das Vordringen der osmanischenMacht auf der Balkanhalbinsel, das große Bevölkerungsverschiebungen auslöste,sowie die Wanderung und Ansiedlung im burgenländisch- westungarischen Raum.Neben der Darstellung der materiellen Kultur( Hauptsparten des Wirtschaftslebens)wird in der Folge stark auf die geistig- kulturelle Entwicklung eingegangen. So wur-den an ausgewählten Beispielen die Einflüsse bzw. Wirkungen der Reformation aufdie religiöse und sprachliche Entwicklung( Anfänge der kroatischen Literatur) auf-gezeigt, ferner das Wallfahrtswesen, die Buchproduktion, das Schulwesen u. a. m.streiflichtartig dargestellt. Ausführlich wird auf die politische, wirtschaftliche undkulturelle Entwicklung der kroatischen Volksgruppe seit dem Anschluß des Burgen-landes an Österreich eingegangen.

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Breiter Raum wird auch dem Vereinswesen, dem Volksschauspiel, den Musik-,Tanz- und Theatergruppennicht zuletzt durch die zahlreichen Tamburizza-gruppen sind die burgenländischen Kroaten ja über die engeren Grenzen desBurgenlandes hinaus vielen Leuten erst ein Begriff-, aber auch der aktuellenVolksgruppenpolitik der letzten Jahrzehnte eingeräumt. Aus volkskundlicher Sichtsei besonders auf die vielfältigen Trachten der Kroaten fast jede Sprachinsel ent-wickelte eigene Trachten- hingewiesen, von denen eine Auswahl geboten wird.Eine Auswahl an Büchern, Zeitungen und der neueren wissenschaftlichen Litera-tur über die burgenländischen Kroaten rundeten die Ausstellung ab und vermitteltendem Besucher ein anschauliches Bild über die kroatische Volksgruppe im Burgen-land. Rahmenveranstaltungen, wie ein eigener Kroatentag( am 28. April 1985),der wissenschaftliche Vorträge, Lesungen und Folkloredarbietungen umfaßte, trugdazu bei, daß die Ausstellung, die bis Ende April geöffnet war, von zahlreichenBesuchern besichtigt wurde.

Felix Tobler

Albanien- Symposion

im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee

Am 22. und 23. November 1984 fand im Ethnographischen Museum Schloß Kitt-see ein Symposion zum Thema, Albanien- mit besonderer Berücksichtigung seinerVolkskunde, Geschichte und Sozialgeschichte" statt. Diese Veranstaltung sollteeinerseits den Abschluß der Sonderausstellung Albanische Volkskultur" bilden,welche im Sommer 1984 im Schloß Kittsee präsentiert worden war und ein durch-wegs positives Echo bei den zahlreichen Besuchern gefunden hatte, andererseits andie Traditionen der österreichischen Albanienforschung anknüpfen und aufzeigen,daß die wissenschaftlichen Kontakte zwischen Österreich und Albanien auch heutegepflegt werden und fruchtbare Ergebnisse zeitigen.

Das Eröffnungsreferat Albanien im Spiegel österreichischer Volkskundefor-schung" von Felix Schneeweis zeigte dementsprechend auf, daß österreichischeGelehrte eine bedeutende und oft auch grundlegende Rolle bei der Erforschung deralbanischen Volkskultur spielten. Der Beitrag von Robert Schwanke Die öster-

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