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88 (1985) / N.S. 39
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einseitig, aber nicht ganz falsch erwies.( Auf Tücken beim Studium des sakralenHolzbaues weist die Tatsache, daß die heutigen Forscher z. B. im Fall der norwegi-schen Holzkirchen Strzygowsky und nicht Dietrichson recht geben, der als Vorlagefür die norwegischen Stabkirchen die dreischiffige Basilika sah.) Man muß dabei be-rücksichtigen, daß diese Forscher nicht über die erst nach dem Zweiten Weltkriegentdeckten archäologischen Belege verfügten. In seinem Buch Die altslawischeKunst", Wien 1929, mahnte Strzygowsky dann richtig, die erhaltenen Holzkirchenin der Tschechoslowakei nicht länger zu vernachlässigen und sie nicht in dem Glau-ben, sie seien nichts anderes als der Beachtung kaum werte Nachahmungen vonSteinbauten, in der Kunstgeschichte unbeachtet zu lassen. Sie bleiben dann ganz un-bearbeitet, weil die Vorgeschichte und Volkskunde sie ebenfalls beiseite lassen inder Annahme, sie hätten eigentlich mit der prähistorischen Archäologie und der reinethnologischen Forschung nichts mehr zu tun."

Diese Anmerkungen lassen andeuten, daß es sich im Fall der sakralen Holzarchi-tektur um eine komplizierte Erscheinung handelt, die mit der Stilarchitektur, aberauch mit der Entwicklung der volkstümlichen Architektur verbunden ist und derenErforschung daher eine spezifische Methode verlangt. Heute ist die Zusammen-arbeit im Falle solcher Erscheinungen am Rande mehrerer Fachgebiete schon zurSelbstverständlichkeit geworden. Die Vorwürfe Strzygowskys verloren ihre Aktuali-tät, als die Verfasserin dieses Beitrages im Jahr 1977 im Fach Kunstgeschichte mitdiesem Thema dissertierte und weiter an dieser Problematik im Rahmen der Vor-bereitungen für den Ethnographischen Atlas der böhmischen Länder am Institut fürVolkskunde und Folkloristik in Prag bis 1979 arbeitete. Dem Wiener Forscher wäredamals sicher nicht im Traum eingefallen, daß die erste Gesamtpräsentation dieserDenkmäler der volkstümlichen Holzbaukultur einmal durch eine Initiative desÖsterreichischen Museums für Volkskunde im Schloß Kittsee stattfinden würde.Vera Mayer

450 Jahre Kroaten im Burgenland

Sonderausstellung im Ethnogaphischen Museum Schloß Kittsee

Am 31. Jänner 1985 wurde im Festsaal des Schlosses Kittsee in Anwesenheit zahl-reicher Besucher von Landesrat Hans Sipötz die Ausstellung, 450 Jahre Kroaten imBurgenland" eröffnet. Durch die Bereitschaft der Direktion des EthnographischenMuseums, diese Ausstellung als Sonderausstellung in seinen Räumlichkeiten zu prä-sentieren, soll vor allem der kroatischen Bevölkerung der Parndorfer Sprachinsel dieMöglichkeit geboten werden, ihre Geschichte und Kultur im Spiegel dieser Ausstel-lung besser kennenzulernen, insgesamt soll sie aber den Besuchern die kroatischeVolksgruppe im Burgenland näherbringen.

Die Ausstellung wurde, wie bereits ihr Titel verrät, aus Anlaß des 1983 begange-nen 450- Jahr- Jubiläums der Einwanderung und Ansiedlung der Kroaten im burgen-ländisch- westungarischen Raum vom Burgenländischen Landesarchiv gestaltet.

Die Ausstellung, die am 8. September 1983 in Eisenstadt erstmals der Öffentlich-keit präsentiert wurde, war hernach, 1983 und 1984, als Wanderausstellung in Wien,Güttenbach, Agram, Varaždin, Zadar und Großwarasdorf zu sehen und fand beimBesucherpublikum einen guten Anklang.

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