Jahrgang 
88 (1985) / N.S. 39
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kleines Haustier zum Zwecke des Kämmens, Fütterns, Medika-mentenverabreichens, Einschmierens usw. auf einen stabilen, vonallen Seiten zugänglichen, seiner Machart nach zum Arbeiten undReinigen geeigneten Tisch zu stellen. So ein Tisch ist in vielen Fäl-len nicht vorhanden, in Nebenräume verschwunden, ins Sommer-haus abgewandert, schließlich ins Freie gekommen und verrottet.Der Fehlerquelle, die darin liegt, daß naturgemäß nicht jedermannbereit ist, ein Tier auf einen Vielzwecktisch oder Eẞtisch zu stellen,die Politur eines Stil- oder Repräsentationstisches zu gefährden,wurde zu begegnen gesucht: Leute, die Tiere auf dem Tisch auchbei hygienischem Vorgehen unhygienisch finden, wurden nicht wei-ter befragt. Katzenbesitzer wurden Zwerghund- und Nagerbesit-zern vorgezogen, da Katzen als sauberer empfunden werden.Nebenbei wurde stets darüber geplaudert, welchen Zwecken derstabile Haupttisch in der Wohnung dient.

Unter die alten, klassischen, familienzentralen", freistehendenTische rechnete ich auch solche, die mit einer oder zwei Seiten voreiner wandständigen Bank stehen. Völlig wandständige, zu denenman nur vor einer Längsseite dazu kann, dagegen nicht. Als alt"galt mir in diesem Zusammenhang nicht ein Möbelstück aus einerbestimmten Stilepoche oder landschaftsgebundener Handwerks-kunst, sondern ein nach konservativer Art in Gebrauch ste-hender, stabiler, zugänglicher, eventuell kerben- und narben-trächtiger, reinigungstoleranter Vielzwecktisch, gleichgültig, obhandgemacht und eventuell holzwurmbewohnt oder fabriksgebo-ren, etwa mit dauerhafter Kunststoffplatte.

Natürlich habe ich tage- und wochenweise, auch einmal zweiMonate lang, zu fragen vergessen. Aber immerhin kamen etwasüber 3000 Befragte und etwa 100 Leute, deren Wohnungen ich dar-über hinaus in diesem Zusammenhang besucht habe, zusammen.

Es gibt den zentralen Vielzwecktisch in der Wohnstube noch.Immer mehr Funktionen werden, wie erwähnt, ausgeklammert.Umgekehrt kehrt man in der Schule vom Pult zum Tisch zurück;vom Standpunkt der Körperhaltung aus sicherlich bedauerlicher-weise. Aus dem Krämertisch wurde die unten geschlossene Budel, wenn nicht die Kühltruhe, aus dem Operationstisch einkomplizierter Hebe-, Kipp-, Schwenk- und Drehapparat.- Im Zu-sammenhang mit dem Eßplatz und den Barhockern in der Küchegibt es, wie erwähnt, schon ziemlich viele Garçonnieren, Zwei- undsogar Dreizimmerwohnungen ohne Normaltisch. Drinks und

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