Schnüre bis zu den Stiefelfersen herab. Vor ihm schreitet ein Hahnan der Leine. Auch der gehört den Brauteltern. Nach der Hochzeitwird er zwei Wochen hindurch auf dem Dachboden( ung. hászé)mit Mais gefüttert. Die Braut darf erst zwei Wochen nach der Hoch-zeit nach Hause gehen, aber niemals am ersten großen Feiertagnach der Hochzeit( Weihnachten, Ostern); dann wird ihr und ihremMann der Hahn zubereitet. Während der Trauzeuge den Hahn vorsich trieb, warf er ihn ab und zu in die Höhe, damit er schreit: DieBraut soll kein stummes Kind kriegen. Den abgemachten Teil desSchweines( ung. hátur) das heißt Schwanz, Rücken mit Speck,Oberteil des Kopfes mit Ohren- trägt jemand hinter ihm. Wein-krüge werden geleert, bunte Tücher flattern, Pistolen knallen unddie Baẞgeige brummt48)( Abb. 7).
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In Nemespátró( ehemals Komitat Somogy, heute Zala) nahmenam Morgen nach der Hochzeit drei bis vier Burschen ein Handtuchzu sich, packten den Bräutigam mit großem Lärm, wickelten ihmdas Tuch um die Hüfte und hängten ihn am Hauptbalken auf. Erblieb so lange hängen, bis ihn seine Frau freikaufte. Zu diesemZweck stellte die Brautmutter das Brautgeschenk bereit: einen ge-bratenen Hahn, Kleingebäck und Haselnüsse. Die junge Frau kauf-te damit ihren Mann frei. Darauf fragte der Trauzeuge die Bur-schen: ,, Warum wolltet Ihr ihn aufhängen?“., Weil er eine schwe-re Sünde begangen hat!" Was für eine Sünde?" ,, Er hat diekleine Truhe aufgebrochen!" Welche denn?" ,, Die kleineTruhe der Braut!" Darauf fragte der Trauzeuge die junge Frau:„ Stimmt das?“„ Jawohl, aber es tut ja nichts!" erwiderte sie. DerTrauzeuge verteilte nun den gebratenen Hahn, das Gebäck und dieHaselnüsse unter den Hochzeitsgästen.49)
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In Somogyudvarhely und Pogányszentpéter( Kom. Somogy)wurde der Hochzeitskuchen( ung. patkó Hufeisen) mit einemVogel( Hahn) geschmückt.50)
In Kiskanizsa( Kom. Zala) zogen die Gäste des Bräutigams amAbend des Hochzeitstages mit Sang und Klang zum Haus derBraut. Der Gastbitter( pozovics) trug einen lebenden Hahn, deman einer Schnur ein Taschenmesser vom Hals herabhing.51) Einenähnlichen Brauch beschreibt Ferenc Plánder, Pfarrer von Nova,im Jahrgang 1838 der„ Wissenschaftlichen Sammlung“( Tudomá-nyos Gyűjtemény,„ Göcseinek esmérete“):„ Am Hochzeitstag, umein oder zwei Uhr nachmittags, erscheinen die Gäste beim Haus desBräutigams und setzen sich sogleich zum Tisch. Nach dem Essen,
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