belohnte die Kapelle mit einem Tusch, die Anwesenden mit lautenHochrufen. Sodann bewirtete der Taufpate die Teilnehmer desHahnenschlagens mit Jause und Wein. Auch der Hahn wurde in sei-nem Haus für die Musikanten zubereitet.
Dem Hahnenschlagen folgte im Kulturhaus des Jugendvereinsein Ball, wo schon das neue Mitglied mitspielte. Ihm gehörte derErlös des Brauttanzes, der auch hier um Mitternacht losging.
Im Dorf Mozsgó( Zselicség- Gebiet) wurde am Nachmittag desOstermontags der Burschenführer mittels Hahnenschlagens ge-wählt. Die älteren Bauernburschen bereiteten sich schon vorOstern auf das Ereignis vor. Sie bestimmten die Veranstalter desSpieles: die Hahnenkäufer, die Zigeuneranwerber Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeuneranwerber( die die Musikbesorgten), die Kassierer, den Augenzubinder, den Dreschflegel-halter und den Spielleiter. Sie kauften den schönsten Hahn desDorfes. Am Ostersonntag gingen die beiden Kassierer im Dorf her-um und boten in jedem Haus die Eintrittskarten zum großen Ge-schehnis des nächsten Tages an. Am Montagvormittag wurde derKirchplatz zum Hahnenschlagen vorbereitet. In der Mitte einesKreises von 10 m Durchmesser grub man eine Grube für den Hahn.Am frühen Nachmittag war schon die ganze Dorfbevölkerung aufdem Gelände außerhalb des Kreises versammelt. Auf einen Winkdes Spielleiters spielte die Kapelle einen Tusch.„ Man bringt denHahn!" rief das Publikum. In der Mitte der Straße brachten dieBurschen den mit Papierbändern geschmückten Hahn, umringt voneiner neugierigen Kinderschar. In der Mitte des Kreises wurde derHahn in die Grube eingegraben, so daß nur der Hals und der Kopfzu sehen waren. Nun rief der Spielleiter:„ Das Hahnenschlagen be-ginnt! Bitte, sich zum Schlagen melden! Auftrittsgebühr: 20 Fillér!Das Geld in den Hut legen!" Die unternehmungslustigen Burschenbekamen numerierte Karten und konnten ihr Glück in der Reihen-folge der Zahlen versuchen. Die Augen des gerade auftretendenBurschen wurden mit einem hausgewobenen Brottuch eingebun-den. Man führte ihn im Kreis vor dem Publikum herum und drehteihn inzwischen mehrere Male um. Der Dreschflegelhalter über-reichte ihm feierlich den Dreschflegel, den er sofort über seinemKopf herumdrehte.„ Los!" rief nun der Spielleiter. Der Burschsetzte sich in Gang und versuchte mit schlürfenden Schritten, denBoden abzutasten. Manchmal wirbelte er den Dreschflegel herum,um das Publikum zu erschrecken- der Kreis wurde mal weiter, malenger, denn ein zufälliger„ Treffer“ hätte denkwürdige blaueFlecken verursacht. Das Publikum zerfiel in Parteien:„, Schlagen!
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