geschlossen. 23) Kátai informiert die Leser u. a. über die Vergan-genheit des inkriminierten Volksbrauchs: Bis 1944 hätten die Bur-schen in Tát zu jeder Fastnacht das Hahnenschlagen veranstaltet.Tát: In der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des20. Jahrhunderts Gemeinde mit deutscher und ungarischer Bevöl-kerung 24)( Abb. 5 u. 6).
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Am Ende der Faschingszeit veranstalteten die slowakischen Bur-schen des Dorfes Sóskút( Kom. Pest) bis zum Zweiten Weltkriegein dreitägiges Tanzfest im Wirtshaus. Dem Ball und damit auchder ganzen Faschingszeit bereitete in der Fastnacht der Glocken-schlag um 11 Uhr ein Ende. Am nächsten Tag, dem Vormittag desAschermittwochs, zogen die Burschen aus dem Wirtshaus zumMaskenspiel. Zwei Burschen betätigten sich als Maskenspieler, dereine als Mädchen verkleidet. Beide trugen zerlumpte Kleider undje eine Maske. Um die Jahrhundertwende schmierten sie sich- an-statt der Maske das Gesicht mit Ruß ein. Beide hielten in derHand einen großen Stock, der als Bursche Verkleidete trug einenKorb. Die Dorfburschen begleiteten die Maskenspieler mit Gesangdurch das Dorf. Der als Mädchen Verkleidete wurde unterwegs be-fingert und geneckt. Die Gruppe kehrte in jedes Haus ein, wo es einheiratsfähiges Mädchen gab, und verlangte von den Eltern denLohn dafür, daß die Haustochter zum Ball mitgenommen wurdeund die Burschen mit ihr getanzt haben. Die Eltern steckten einigeEier in den Korb und bewirteten die Burschen mit Wein undSchnaps. Nach dem Maskenspiel, gegen 3 Uhr nachmittags, begabensich die Burschen aus dem Wirtshaus zum Hahnenschlagen, womitder Burschenführer gewählt wurde. Über die Person des Burschen-führers haben sich allerdings die Burschen schon im vorhineingeeinigt, es war immer einer der reichsten und angesehensten Bur-schen des Dorfes. Schauplatz des Hahnenschlagens war der Kirch-platz. Man grub einen lebendigen Hahn oder eine leere Wein-flasche in die Erde, so daß nur der Hals des Hahnes oder der Fla-sche zu sehen war. Noch in den 1930er Jahren wurde ab und zu einlebender Hahn eingegraben, später nur noch eine Weinflasche,denn der neue Pfarrer des Dorfes hielt das Eingraben eines leben-den Tieres für Tierquälerei und verbot es. Nachdem der Hahn ein-gegraben wurde, setzte man aus einer Entfernung von etwa 50 mden ersten Burschen in Marsch; seine Augen waren mit einem Tucheingebunden, in der Hand hielt er eine Sense oder einen Stock. Be-vor er sich in Bewegung setzte, wurde er zwei-, dreimal im Kreisherumgedreht, damit er sich nicht orientieren konnte. Neben ihm
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