Jahrgang 
88 (1985) / N.S. 39
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Zsigmond Széchenyi. Die ersten Bewohner der gegenwärtigenOrtschaft wurden 1778 von der gräflichen Gutsverwaltung vonKöröshegy angesiedelt. Die ersten Siedler waren lauter Deutsche,deren Nachkommen zum Teil madjarisiert wurden.❝14)

Das Hahnenschlagen der deutschen Burschen von Hidegkút( Kom. Veszprém) wurde von Károly Herkely beschrieben. 15)Am Fastenabend kauften die Burschen einen Hahn, ließen ihn amAschermittwoch frei, hetzten ihn mit Stöcken durch das Dorf underschlugen ihn zum Schluß. Mitte des 19. Jahrhunderts galt Hideg-kút als deutsches, Ende des Jahrhunderts als deutsch- ungarischesDorf. 16)

Eugen Bonomi nennt zehn deutsche Gemeinden in den OfnerBergen( Budai- hegység), wo das Hahnenschlagen zur Faschingszeitgegen Ende des vergangenen und zu Beginn dieses Jahrhundertsnoch praktiziert wurde( Hau[ n] khäimfn)( Leányvár, Csobánka,Piliscsaba, Pilisszentiván, Pilisvörösvár, Zsámbék, Üröm, Pest-hidegkút, Törökbálint, Diósd).17) In Leányvár( Komitat Komá-rom) wurde noch im Jahre 1937 ein Hahnenschlagen veranstaltet.Am Vormittag des Aschermittwochs wurde ein lebender Hahnneben dem Friedhof bis zum Kopf eingegraben. Ringsherum zogman einen Kreis von 4 m Durchmesser; die Zuschauer und Teilneh-mer des Hahnenschlagens standen außerhalb des Kreises. DemBurschen, der sich zum Hahnenschlagen meldete( Hahnkämpfer),wurden die Augen verbunden, und man gab ihm einen Säbel, eineSense oder einen Stock in die Hand. Dann wurde ihm befohlen, sichdreimal um die eigene Achse herumzudrehen. Jeder Anwärterdurfte drei Schläge versuchen, bei jedem Schlag trommelten dieMusikanten und bliesen die Trompeten. Das Spiel dauerte so lange,bis es jemandem gelang, den Hahn zu köpfen oder zu erschlagen.Aus dem Hahn und anderem Geflügelfleisch wurde im Wirtshausein Mittagmahl zubereitet, welches die Burschen gemeinsam ver-zehrten. Die Kosten des Mittagsmahles wurden von den Burschenbestritten, die beim Hahnenschlagen erfolglos waren. In Pest-hidegkút( früher Komitat Pest, heute an Budapest angegliedert) er-folgte das Hahnenschlagen bis Ende der 1920er Jahre im Wirtshaus.Der Hahn wurde geschlachtet und unter einen Topf gelegt, den dieAnwärter mit einem Stock zu treffen hatten, nachdem man ihnendie Augen verbunden hatte. Wer danebenschlug, zahlte einen LiterWein.

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