arbeiten auf den einzelnen Inseln und fügt eine Spezialbibliographie hinzu. Anlaßder Studie war der 30. Todestag des großen englischen Forschers.
Walter Puchner
Friedmund von Arnim, Hundert neue Märchen im Gebirge gesammelt.Herausgegeben von Heinz Rölleke. Köln, Eugen Diederichs Verlag, 1986, 126Seiten.
Friedmund( 1815-1883) war der dritte Sohn von Achim und Bettina von Arnimund hatte wohl vom Vater das Interesse, jedoch kaum dessen Spürsinn für Volkslite-ratur geerbt. Rölleke versucht wohl in einem 32 Seiten umfassenden Vorwort eineArt von Ehrenrettung Friedmunds und bietet sehr reichhaltige und kluge Informa-tionen, aber zu retten ist wohl kaum, was hier an Texten vorliegt.
Hatte schon Will- Erich Peuckert den Autor Friedmund von Arnim einen„, Dilet-tanten" genannt und von Texten gesprochen, die dieser„ angeblich im schlesisch-böhmischen Grenzgebiet gefunden hat", so erweisen sich diese staubtrockenen undspröden Erzählungen als sicher nativ volkstümliche Motive, die jedoch schwach undunoriginell nacherzählt werden.
Dazu als kleine Probe der Anfang von Nr. 13- Alexander:
,, Der Vater von Alexander war ein Graf. Er ließ den Sohn studieren, daß er allesweg hätte. Als er heimkam, dachte dieser, er wär zu Ende. Der Vater sagte aber:, Du mußt so weit studieren, daß du verstehen kannst, was die Vögel singen.* Ermuẞte also wieder fort. Endlich ist er so weit und kam nach Hause.
Da standen sie im Garten, es pfiff eine Nachtigall. Der Vater fragte:, Was pfeiftdieser Vogel?' Der Sohn wollte es nicht gestehen., Ach, das sag ich nicht und darf esauch nicht sagen. Der Vater forderte es aber:, Darum hab' ich das Geld an dichgewagt; du muẞt mir's sagen.-, Dieser Vogel pfeift', spricht der Sohn ,, daß du miteinem Waschbecken kommen wirst, daß ich mich wasche, und die Mutter mit einemHandtuch, daß ich mich abtrockne. Also sagt der Vater:, Das soll und wird nichtgeschehen, und wird dem Sohne gram."
Der Ton ist mitunter auch oberlehrerhaft, jedoch weder an Sprache und Stil derGrimm geschult noch von der Eigenart volkstümlichen Erzählens berührt. Er zeigteher als Negativum, was man aus Märchen machen kann, wenn man die Welt, in dersie leben, nicht kennt und nicht verstanden hat.
Nicht nur als historisches Dokument, sondern auch als ein Beispiel miẞverstande-nen Erzählgutes mag es nützlich sein, daß diese Texte wieder gedruckt worden sind,die man sonst nur schwer erreichen kann. Freilich gilt diese Beobachtung einschrän-kend für die Erzählforschung.
Felix Karlinger
Märchen der Berber- Herausgegeben und aus der Berbersprache übersetztvon Uwe Topper. Köln, Eugen Diederichs Verlag, 1986, 263 Seiten, 1 Karte.
Im Jahre 1965 hat die junge Philologin und Volkskundlerin Thordis von Seuss-Wirwitz in Tunis und Marokko Feldstudien getrieben und zahlreiche Sprachauf-
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