der Wissenschaft zu diesem als Forschungsergebnis für den Südosten einmaligenWerk, wie auch die Rezeption desselben.
Fast 30 Seiten Bibliographie erschöpfen zweifellos den einschlägigen Themenbe-reich, und zwei reichhaltige Indices erleichtern die Benützung des Bandes; darunterfinden sich viele Apokryphen, Volksbücher sowie Legenden- und Märchenmotiveneben Volksschauspielen und Volksballaden.
Zufolge der reichhaltigen Verweise auf weitere Materialien in Spezialfragenerreicht der Band handbuchartigen Zuschnitt.
Felix Karlinger
Minas Al. Alexiadis, I entypilaïki poiisi stin Karpatho. Morfi- leiturgia-simasia.( Die gedruckte Volksdichtung auf Karpathos. Form- Funktion- Be-deutung). Ioannina 1983, 58 Seiten, 1 Karte( Separatum aus dem PeriodikumDodone).
Ders., Richard Dawkins kai i dodekanisiaki laografia( RichardDawkins und die Volkskunde der Dodekanes). Ioannina 1985, 19 Seiten, 2 Photos( Separatum aus dem Periodikum Dodone).
Von dem Volkskunde- Assistenten der Universität Ioannina, M. Alexiadis,bekanntgeworden durch seine Untersuchung über die griechischen Märchenvarian-ten vom drachentötenden Helden( siehe meine Anzeige in Fabula 24, 1983,S. 286 f.), liegen zwei kleine, interessante Untersuchungen vor. Die eine über dieInsel Karpathos, in den letzten Jahren mehrfach Gegenstand volkskundlicher,anthropologischer und musikwissenschaftlicher Untersuchungen gewesen, dieandere über die beeindruckende Figur des englischen Archäologen und von Anfangan auch bedeutenden Volkskundlers Richard M. Dawkins( 1871-1955) und seinespezielle Vorliebe für das östliche Hellenentum, nach Kleinasien eben auch dieDodekanes.
Die erste Studie untersucht ein in Griechenland allgemein wichtiges Phänomen,das noch keineswegs ausreichend erforscht oder auch nur erfaßt ist: wie die Fähig-keit, improvisierte Reime zu bilden, die der oralen Tradition eigen ist, sich in derProvinzpresse niederschlägt. Auf Karpathos sind es mehr als drei Lokalzeitungen,die der Publikation und Verbreitung von solchen Zweizeilern, Distichen,,, mantinades" genannt, dienen. Thematisch decken diese„ Gstanzln“ den ganzenLebenszyklus, auch erfolgreich abgeschlossenes Studium usw. und bilden, vor allemin der Form der Glückwunsch- Distichen, ein hervorragendes Kommunikationsmit-tel zwischen den Inselbewohnern und ihren Landsleuten in Festgriechenland oder inAmerika und Australien. Auch Lamentationen, Familienangelegenheiten, Lokal-informationen über Personen und Ereignisse kommen in dieser Form zum Aus-druck, Aphorismen, Nostalgien u. a. m. Funktionierende mündliche Überlieferungim Zeitalter der Presse.
Die zweite Studie geht auf Dawkins enge Bindung an die Inselgruppe derDodekanes ein, was sich ja vor allem in den monumentalen„, Forty- Five Stories fromthe Dodekanese", Cambridge 1980, äußert( auch Baud- Bovys epochemachendeLiedstudie noch vor dem Zweiten Weltkrieg stammt interessanterweise aus derDodekanes). Der Verfasser verzeichnet minutiös Aufenthalte und Forschungs-
379