Georgina Boyes( Hg.), The Ballad Today- History, performance andrevival. Proceeding of the 13th International Folk Ballad Conference, Sheffield,England, 18th- 23rd July 1982. Doncaster, January Books, 1985, 111 Seiten,11 photokop. Abb. auf Taf., 1 Faltblatt.
Giovanni Bronzini( Hg.), Ballata e Storia. 14. Arbeitstagung der Kommissionfür Volksdichtung der S.I.E.F.( Monte Sant'Angelo- Bari- Martina Franca,23-28 luglio 1983). In: Lares LI( 1985), S. 435-673( Abb. in Text und auf Taf.,Notenbeispiele).
Die„ Kommission für Volksdichtung" ist sicher einer der aktivsten und nun schontraditionsreichsten Unterausschüsse der Société Internationale d'Ethnologie et deFolklore und gibt seit Ioannina 1980 und Aldenbiesen 1981 auch regelmäßigTagungsakten heraus. Die Edition ist dem Gastland anheimgestellt und variiert inForm und Aufmachung je nach den Gegebenheiten und Möglichkeiten der tragen-den Organisationen.
So hat der erste der anzuzeigenden Bände die bescheidene Form einer Art Ring-mappe, in die die vervielfältigten Blätter geheftet sind. Die eher kurzen Referateheben mit David Buchan an,„ Taleroles, classification, and the witcombat ballads"( S. 7-14), einer Auseinandersetzung mit der Möglichkeit der Anwendung Propp-scher Kategorien auf die Balladenklassifizierung, ein Thema, das R.-W. Brednichschon 1981 in Aldenbiesen angeregt hatte; fährt mit James Porter:„ Belle Stewart:Character of a repertoire" fort( S. 15-22), einer rezenten schottischen Balladensän-gerin; es folgt Stefaan Top( inzwischen Präsident der Kommission) mit dem Referatüber„ The Flemish Broadside- Singer Hubert Geens and the Second World War“( S. 22-35, 4 Abb., 5 Textbeispiele), Sheila M. Douglas:„ The Ballad on the ScottishFolkscene“( S. 36-42), die spezifischen Verhältnisse von Tradition und Innovationim heutigen schottischen Volksgesang herausarbeitend; die Kongreßorganisatorin,Georgina Boyes, steuert einen rezenten kulturhistorischen Beitrag bei:„ Perfor-mance and Context: an examination of the Effects of the English Folksong Revivalon Song Repertoire and Style“( S. 43-52), wobei die Rezeptionsuntersuchung bis1890 zurückreicht; nach Finnland führt das Referat von Anneli Asplund: ,, The Pre-sent- Day Relevance of Finnish Ballads and other Folk Songs", das letztlich in derProblematik des Folklorismus ausmündet; sodann geht es nach Ungarn mit IldikóKríza ,,, Hungarian Ballads in Folk Theatre“( S. 59-68,2 Abb.), ein hochinteressan-ter Artikel, der sich mit Balladendramatisierungen beschäftigt, die sich etwa an die„ Bethlehem"-Darsteller anlagern, in Spinnstuben gesungen werden oder bei Schul-puppenspielen zur Aufführung kommen; es folgt Christina Jaremko,„ Baltic Balladsof the, Singing Bone': prototype and oicotype“( S. 66-71), zu AaTh 780( SingenderKnochen); Mary Ellen Brown,„ An Excursus into Historical Documents: the Lifeand Song of Charles Leslie“( S. 72-79), einen schottischen Sänger- Casus betref-fend; Walter Puchner,„ Historical events in recent Greek folk song"( S. 80-89, 10Textbeispiele in Griechisch und Englisch); Paul Smith ,,, The Ballad and Media Tech-nology: an Examination“( S. 90-104, 4 photokop. Abb., eine Fig., ein Faltblatt),ein interaktionstheoretischer Versuch zur Stellung des Sängers zwischen Traditionund rezenten gesellschaftlichen Kräften und Technologien. Der Band schließt mitdem Kongreẞprogramm( inzwischen hat sich meine Ringmappe bereits in Blätteraufgelöst). Dem Tagungsort entsprechend, lag der Schwerpunkt auf dem schotti-schen Balladenraum, auf spezifischen Sängerpersönlichkeiten und ihrem Repertoire
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