und heute wiederum zu Rumänien gehört. Vorgelegt werden nun die dort gesammel-ten Texte, wie Märchen, Hochzeitslieder, Weihnachtslieder, Zaubersprüche usw.,in phonetischer Transkription. In einer Einleitung gibt Köpeczi einen kurzen Über-blick über die historische Entwicklung der untersuchten Region bzw. der beidenOrte, die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung und deren Veränderungen,linguistische Besonderheiten und die aufgezeichneten Texttypen. Im Anhang findetsich noch ein Glossar weniger bekannter Dialektausdrücke. Vorliegende Arbeitmöchte der Autor als einen Beitrag zum besseren Verständnis einer Region verstan-den wissen, in der nicht nur zwei Sprachen, sondern auch zwei volkstümliche Kultu-ren aufeinandertreffen und das Zusammenleben der Menschen bestimmen.
Eva Kausel
Gerhard Heilfurth, Bergbaukultur in Südtirol, Bozen, Athesia, 1984, 376 Sei-ten, 16 Farbtafeln und zahlreiche Schwarzweißbilder.
Im Jahre 1962 hatte der Münsteraner Kirchenhistoriker und Volksforscher GeorgSchreiber( † 1963), den ich auf vielen Studienfahrten durch Tirol begleiten durfte, inseinem monumentalen Werk„ Der Bergbau in Geschichte, Ethos und Sakralkultur"auch die Tiroler Bergwerke, vor allem die Nordtirols, miteinbezogen. Nunmehr legtein in der kulturhistorischen Bergwerksforschung seit Jahrzehnten sehr erfolgreichtätiger Gelehrter eine zusammenfassende Darstellung über die von Schreiber weni-ger stark berücksichtigte„ Bergbaukultur in Südtirol“ vor. Der überaus vielseitigvorgebildete und seit langem als Kenner der Bergwerkskultur geschätzte Autorbietet in diesem auch zahlreiche weitverstreute eigene Forschungsergebnisse zusam-menfassenden Buch treffliche Einblicke in die„ Knappenzeit“ des Landes an Eisackund Etsch einschließlich deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart herein.
Der hier gebotene reichhaltige Stoff ist sehr übersichtlich auf 15 Kapitel verteilt.Nach kurzer Einführung wird der Montanbereich in der historischen Überlieferungwie in der Gliederung der acht ehemaligen Berggerichte beschrieben. Mit Rechtbetont H., daß die tirolische Landesherrschaft„ oftmals eingegriffen" hat, um diebreite Schicht des werktätigen Bergvolkes vor dem sozialen Abstieg zu bewahren"( S. 85). Trefflich wird auch die Bedeutung des Schwazer Bergrechtes gewürdigt, aufdessen weite Verbreitung insbesondere in ehemals vorderösterreichischen Gebietenich in der Festschrift für Hermann Baltl( Innsbruck 1978, S. 251), hingewiesen habe.Das 4. Kapitel„ Die Bergwerksverwandtschaft“ behandelt alle im Bergbau Tätigen,die dem Bergrichter unterstanden. Im 5. Kapitel werden„ Arbeit und Betrieb,Werkzeug und Gerät“ sachkundig beschrieben, im 6. Kapitel Lebensverhältnisse,Siedlung, Bauen, Wohnen und Kleidung sowie die oft recht schwierige Lebensmit-telversorgung( zu dieser vgl. weitere Einzelheiten bei N. Grass H. Holzmann,Geschichte des Tiroler Metzgerhandwerks und der Fleischversorgung des Landes,Innsbruck 1982, Reg. S. 395, s. v. Lebensmittelversorgung) geschildert. Lebensnahwerden auch die jeweils aufgetretenen sozialen Probleme gewürdigt und anschlie-Bend( Kap. 8 und 9) Religiosität, Kirche, Gottesdienst und Heiligenverehrungbehandelt. Während an längst aufgelassene Bergwerke oft nur noch dürftige Reste,verfallene Stolleneingänge, Schutthalden usw. erinnern, sind von Bergleuten oderGewerken errichtete Sakralbauten häufig noch gut erhalten, ja nicht selten sogarnoch ihrem ursprünglichen Zweck gewidmet. H. würdigt diese zutreffend als
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