( S. 17 ff.), A. Morsy, Public and privat identity in Egyptian siras( folk epics)( S. 29 ff.), A. Nenola- Kallio, Feminine identity and collective representation( S. 59 ff.).
Walter Puchner
Theodor Kohlmann, Hermann Bausinger( Hgg.), Großstadt. Aspekte empiri-scher Kulturforschung. 24. Deutscher Volkskunde- Kongreẞ in Berlin vom 26. bis30. September 1983(= Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde Berlin,Bd. 13). Berlin 1985, 392 Seiten, Abb. im Text.
Der 24. Deutsche Volkskunde- Kongreß, 1983 in Berlin abgehalten, beschäftigtesich, dem Tagungsort angemessen, mit„ Großstadt“, mit„ den verdrängten letzten100 Jahren“, wie es ein Diskussionsteilnehmer ausdrückte.
Schon in seinem Eröffnungsreferat, das den Band einleitet, stellt H. Bausinger dievon der Kulturkritik geprägte negative Einstellung vieler( älterer) Volkskundler zur( Groß-) Stadt heraus und schneidet vier Einstiegsmöglichkeiten ins Forschungsfeld( darunter: Stadt als„ neue" Heimat) an. Auch H. Gerndt geht vom Stadt- Land- Ge-gensatz aus, um schließlich drei Betrachtungsmuster mit relativer Gültigkeit für dieKulturanalyse in der Großstadt zur Diskussion zu stellen: die Stadt als geschlosseneAlltagswelt mit eigengeprägtem Alltagsleben und typischen Vorstellungsbildern.
Die entsprechend dem Tagungsablauf gereihten Aufsätze spiegeln sodann die the-matischen Schwerpunkte des Kongresses wider, welche etwa wie folgt umrissen wer-den können: I.1. Wohnen( J. F. Geist berichtet über die Entwicklung des BerlinerMiethauses, K. D. Sievers über Wohnungsprobleme in Kiel vor 1914, H. Heller überdie Gartenstadtbewegung). I.2. Stadtteilkultur( P. Hugger referiert über das DorfKleinhüningen, das zu einem Basler Industrieviertel wurde, W. Ruppert an Handvon Münchner Beispielen über den Begriff„ Stadtteilkultur"). I.3. Freizeit( O. Löfgren arbeitet das unterschiedliche Verhältnis- seine historischen Ursachenund Ausprägungen- von skandinavischen Stadtbewohnern, Bürgern und Arbei-tern, zur Natur heraus, D. Sauermann beschäftigt sich mit städtischen Vereinen, vorallem am Beispiel des Brieftaubensports, A. Kuntz- Stahl ortet den„ LebensraumGroßstadt"[ u. a. in den Passagen und dem Typ des Flaneurs]). II.1. bringt Berichtezur Großstadtforschung in verschiedenen europäischen Ländern( England:V. Newall, Frankreich: C. Pétonnet, Dänemark: B. Rørbye, Tschechoslowakei:O. Skalníková, Rumänien: A. Popescu, Schweiz: U. Gyr, Ungarn: V. Voigt- die-ses Referat über die historische„ Ethnographie" Budapests ist für Österreich beson-ders interessant, Polen: Z. Jasiewicz). II.2. steht unter dem Motto„ Folklore“( demRezensenten schiene eigentlich die Zeit dafür reif zu sein, diesen unglückseligen, dieSegmentierung des Faches verlängernden Begriff endlich zu tilgen), wobei„ Erzäh-len"( L. Volbrachtová),„ populäres Singen"( W. Schepping, mit einer kritischenSichtung der Kategorien der„ Musikalischen Volkskunde) und Kinderwitze( R. Wehse) behandelt werden. In II.3. werden museale Ansätze( Großstadtkulturim Museum) verfolgt: E. Dücker erläutert die Stadtteilarbeit und-ausstellung inHamburg/ Ottensen, V. Schmidt- Linsenhoff analysiert die Großstadtfeindlichkeit inden ersten neunzig Jahren des Frankfurter Historischen Museums, B. Lauterbachsucht den„ Alltag" in Berliner Museen.„ Neue Wege“ zeigen dann die Referate inII.4. H. P. Fielhauers und E. Hörandners bei Produktion und Distribution an-setzende großstädtische„ Nahrungsvolkskunde", B.-M. Baumunks Analyse der
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