einschlägige Museumsbesuche in der Umgebung. Im Keramikmuseum ist eine zumSymposiumsthema zugehörige Sonderausstellung geplant.
Das Rahmenthema lautet: Handwerkliche Keramik nach 1900- Vom ,, sterben-den Handwerk" über die Notzeiterzeugnisse zwischen 1945 und ca. 1950 zu denKeramikkursen für die Freizeitbeschäftigung, dem Einfluß der Keramikfachschulenund den florierenden Töpfermärkten. Für diese zunächst nur schlagwortartigenGroẞthemenkreise gibt es in jeder Region einschlägige Beispiele, die jedoch insge-samt bisher nur wenig wissenschaftliches Interesse auf sich ziehen konnten. DerAnlaß des 20. Treffens unseres Arbeitskreises sei Beginn entsprechender Diskussio-nen und intensiverer Beschäftigung. Es ist geplant, im kleineren Kreis gegen Jahres-ende vorbereitende Gespräche zu führen, deren Ergebnis als Arbeitspapier den Ein-ladungen 1987 beigegeben werden soll. Daß neben diesem Themenkreis auch andereReferate vorgetragen werden können, ist den langjährigen Teilnehmern vertraut,soll jedoch an dieser Stelle wiederholt werden.
Werner Endres
Anni Gamerith zur Vollendung des 80. Lebensjahres
Am 12. März dieses Jahres vollendete Anni Gamerith in Graz ihr 80. Lebensjahr.Als unermüdliche Vorkämpferin für ein naturnäheres und für bewährte Überliefe-rungen offenes Nahrungswesen wie auch als Lehrerin hat sich die Jubilarin nament-lich in ihrer steirischen Heimat allgemein und vielseitig bekannt gemacht und durchihr vornehmes und konziliantes Wesen auch in verschiedensten Kreisen Freundegewonnen. Als volkskundliche Nahrungsforscherin konnte sie noch in späten Jahrenund aus einer überreichen Eigenerfahrung, mit der sie auch Not, Härte und Anstren-gungen, Entbehrungen des steirischen Bauernlebens in nächster und unmittelbarsterNähe kennengelernt hatte, weit über ihre engere Heimat hinaus Beachtung undAnsehen der internationalen Forschung gewinnen. Sie stand seit Viktor GerambsZeiten in einem zunächst eher jugendbewegten, romantischen Naheverhältnis zurVolkskunde. Nach einem Leben voller Härte und Schicksalsschläge gelang ihr dannder Weg in das Universitätsstudium der Volkskunde und schließlich in hohem Alterzur akademischen Lehrtätigkeit, in der sie als Mitglied des Instituts für Volkskundean der Karl- Franzens- Universität Graz im vergangenen Jahrzehnt und durch ihregroße Landeskenntnis und durch ihre sehr speziellen Forschungserfahrungen sichauch die Wertschätzung der Studierenden und aller Mitglieder unseres Institutssichern konnte. Wo immer sie aber tätig geworden ist, geschah dies mit größtem per-sönlichem Einsatz, mit einem hohen wissenschaftlichen Ethos und äußerster Hin-gabe; nichts war ihr vollkommen und vollständig genug. Diese Wesenszüge kenn-zeichnen nicht zuletzt auch die Früchte ihrer unermüdlichen Bemühungen, und siekamen vor allem auch den Ergebnissen ihrer volkskundlichen, stets und wie immerpraxisbezogenen Untersuchungen zugute.
Anni Gamerith stammt aus einer Familie von Technikern und Gewerbetreiben-den im niederösterreichischen Waldviertel. Ihr Vater war später Oberingenieureiner Maschinenfabrik in Andritz bei Graz. Sie selbst wuchs im Kreise ihrer sehrnaturverbundenen und idealistisch gesinnten Eltern und Verwandten auf, aus demsie ihr Weg in die Jugendbewegung des„ Wandervogels" und in ein Leben hinein-führte, das stets der Natur verbunden und dem bäuerlichen, ländlichen Leben nahe
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